zur
Landkreiskarte
Kirchen in der
Marktgem.Indersdorf
![]()
Bethaus in EICHSTOCK
![]() Adresse: 85229 Markt Indersdorf, Eichstock 3 Lage der Kirche auf der Landkarte ... |
Eichstock liegt rd. 1,5 km westlich über
Ainhofen. Die Grundherrschaft lag bis zur Klosteraufhebung
1783, beim Kloster Indersdorf. Verwaltungsmäßig |
Die Mennoniten in Eichstock
gehörten zu den Glaubensflüchtlingen aus der Schweiz, wo sie von den Anhängern
des Reformators Zwingli vertrieben wurden. Sie fanden in Rheinland-Pfalz und
Elsass eine Bleibe. Aber auch in Bayern
waren die Mennoniten zunächst verfolgt
worden. In den Jahren von 1527 bis 1581 wurden 223 Täufer verbrannt oder geköpft.
Es dauerte noch mehr als 200 Jahre bis unter Kurfürst Max IV. Joseph die
Religionsfreiheit eingeführt wurde. Im November 1800 erhielten alle Protestanten
Niederlassungsfreiheit. Wörtlich heißt es
in dem Erlass: "Die Meinung, dass die katholische Religionsgemeinschaft
die wesentliche Bedingung der Ansässigmachung in Bayern sei, ist irrig
und nachteilig für Industrie und Kultur des Landes und ist weder in der
Reichs- noch Landesverfassung begründet.Am
10.Januar 1803 wurde das bayerische Religionsedikt erlassen, das allen christlichen
Untertanen die gleichen bürgerlichen Rechte zusprach.
Schon ein Jahr vorher, 1802, berief der Kurfürst Mennoniten-Familien ins
Donaumoos, zur Kultivierung des Mooses und im Bestreben, die landwirtschaftliche
Produktivität in Bayern zu heben. Dies führte zur Gründung des Dorfes
Maxweiler im Landkreis Neuburg. Ackerbau und Viehzucht standen bei den Mennoniten
hoch im Kurs. Max IV. war in der Pfalz aufgewachsen und hatte dort die Arbeitsweise
der Mennoniten kennen gelernt.
|
1818 wanderten die ersten Familien ein. Sie siedelten in Stachusried, Eichstock, Wagenried, Lanzenried, Riedhof, Thann, Harreszell, Goppertshofen, Tafern, Fränking, Maisbrunn und Kleinschwabhausen. Man nannte sie die "Überrheiner", weil sie aus Gebieten jenseits des Rheins gekommen waren. Dort waren die Mennoniten noch nicht gleichgestellt, sondern nur geduldet. Die ersten Siedler waren die Brüder Jakob und Johann Dettweiler aus dem Elsass, die um 6200 Gulden den verwaisten Meierhof von Stachusried kauften, den sog. Hammerbauernhof kauften. Er war bis zur Enteignung während der Säkularisation 1803 im Besitz des Klosters Scheyern gewesen. Ein Jahr später kamen die Familie Ruth nach Eichstock und die Familie Vogt nach Thann. 1820 folgten zehn weitere Familien. Zu ihren gottesdienstlichen
Versammlungen trafen sich die Neusiedler anfänglich in den Wohnstuben
dieses Hammerhofs in Stachusried sowie in Eichstock. |
|
Durch die weitere Zuwanderung wurde die Gemeinde immer größer. 1836/37 beschäftigte sich die Gemeinde intensiv mit dem Bau eines eigenen Gotteshauses. 1838 stiftete David Ruth den Grund für eine Kirche mit Friedhof. 1841 erteilte die königl.Regierung eine Baugenehmigung. So wurde 1841 in Eichstock ein Bethaus errichtet. Die Bauzeit betrug fünfeinhalb Monate. Am 14.November 1841 wurde das Gotteshaus eingeweiht.
Eine Tafel über dem Eingang
(Bild rechts) erinnert an dieses Ereignis:
Text: "Thut mir auf die Thüre dieses Hauses, daß ich dahinein
gehe und dem Herrn danke. - Zum Lobe und Verehrung des großen Gottes wurde
dieses Bethaus erbaut mit der gnädigsten Bewilligung des ietzt regierenden
Königs Ludwig im Jahre Christi 1841. 1.Petri, 2,5. "
![]() Gottesdienst |
1856 wanderten 22 Familien nach Nordamerika aus und gründeten die noch existierende Gemeinde Halstead in Kansas. Später verließen noch mehr Familien aus wirtschaftlichen Gründen die Gegend, so dass die Kirche in Eichstock in den 1920er Jahren fast ganz verlassen auf der Anhöhe stand. Erst nach dem 2.Weltkrieg wuchs -nicht zuletzt durch Zuzug- wieder eine lebendige Gemeinde heran. |
|
Um das Bethaus
herum liegt der Friedhof mit den Gräbern der mennonitischen Gemeinde.
Die Grabinschriften spiegeln die Geschichte der Ansiedlung der Mennoniten
in Eichstock und die hohe Wertschätzung der Bibel wider (Vergrößerung
der Bilder durch Mouseklick). |
Das Bethaus in Eichstock ist auf einer Anhöhe errichtet, von der man einen wunderschönen Blick auf die Umgebung, insbesondere auf das Dorf Ainhofen hat.
![]()
|
Quellen:
Dachauer SZ, 2001
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Infoschrift Eichstock
Jakob Fischhaber u.Josef Kröner, Langenpettenbach früher und heute,
1987
Helmut Funck, Zur Geschichte der "Überrheiner" in Altbayern,
Amperland 2005/2
Otto Hefele, Gerhard Becker: ''Chronik Ainhofen''
(Wikipedia)
6 Bilder: Mennonitische Gemeinde (2), Hans
Schertl (4)
|
|
24.8.2008