zur Landkreiskarte               ausführl.Beschreibg            Kirchen i.d. Gem.Markt Indersdorf


Filialkirche St. Katharina und St. Anna in EGLERSRIED

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Adresse: 85229 Markt Indersdorf Eglersried 11
Lage der Kirche auf der Landkarte ...

 
Kurzbeschreibung

Die Ortschaft Eglersried wurde erstmals im Jahr 1147 im Zusammenhang mit ortsansässigem Adel erwähnt.

Die Filialkirche St.Katharina und St.Anna der Pfarrei Weichs liegt am südlichen Ortsrand von Eglersried inmitten eines ummauerten Friedhofs.

Das Gotteshaus ist erstmals in der Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 genannt.

Der heutige Kirchenbau ist aber jünger; er wurde 1688/90 völlig neu errichtet. Die Weihe fand 1694 statt. Von der alten Kirche blieb nichts erhalten.


Die Kirche ist ein dreiachsiger Saalbau mit einem Dachreiter auf der Westmauer. Das Türmchen ist im unteren Teil viereckig; der obere Teil und die Turmspitze sind achteckig. 
Der Chor ist nur wenig eingezogen und dreiseitig geschlossen.

Im Süden ist die zweistöckige Sakristei angebaut, die über die Kirchhofmauer hinausragt. 


Schriftkartusche am Hochaltar: 
Gib uns Frieden in unserer Zeit

Die Kirche wurden erstmals 1777, also rd. 80 Jahre nach der Erbauung von Maurermeister Rössler und Zimmermeister Eckl renoviert. Die letzte Restaurierung fand in den Jahren 1967-72 statt. Im Jahr 2002 musste ein Teil des Daches erneuert werden. 

Innenausstattung

Das Kircheninnere ist vollständig mit einem Kreuzgrat-gewölbe überdeckt.

Im Zentrum des barocken Hochaltars von 1703 steht eine noch ältere Figur der Hl.Anna mit dem Jesuskind. Früher war es eine Anna-selbdritt-Darstellung.

Assistenzfiguren
aus dem 17.Jh sind die Heiligen Nothelferinnen Katharina (mit Marterrad) und Barbara (mit Kelch). Im Altaraufsatz eine Heilig-Geist-Taube.

Die Kirche besitzt keine Seitenaltäre. An deren Stelle stehen zwei Figuren:
- links die Muttergottes mit Jesuskind auf dem Arm und
  den königlichen Insignien,
- rechts St.Sebastian, an den Marterbaum gebunden und
  von Pfeilen durchbohrt.

Eine weitere Marienfigur ist im Kirchenschiff angebracht. Es handelt sich um eine Dauerleihgabe eines Bauern aus dem Ort.

zur Beschreibung der Kreuzwegstationen zur Beschreibung der Kreuzwegstationen zur Beschreibung der Marienfigur zur Beschreibung des Choraltars zur Beschreibung der Marienfigur zur Beschreibung der Sebastiansfigur
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Zu den ältesten Kunstgegenständen in der Kirche gehört das große frühbarocke Kruzifix aus dem 16.Jh. an der Nordwand.

An den Seitenwänden hängen die 14 Kreuzwegbilder. Sie wurden 1945 von Josef Albrecht mit Ölfarbe auf Holzuntergrund gemalt.

An den Kirchenbänken auf der Empore sind noch die Namensschilder zu sehen, die früher den Bewohnern der einzelnen Höfe einen festen Platz zuwiesen und zusicherten.



Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

Geschichte: Matrikel 1524 Matrikel 1560 Kirchenbau 1694 Beschreibung 1721 Matrikel 1738
  Beschreibung 1884 Beschreibung 1895 Restaurierungen   
Ausstattung: Altarraum Baubeschreibung Choraltar Empore Figuren
  Kirchenbänke Kreuzweg Kruzifix Seitenaltäre

Die Ortschaft Eglersried wurde erstmals im Jahr 1147 erwähnt. Damals trat ein ortsansässiger Adeliger namens Egelolfus de Eglolfsried als Zeuge bei einer Verhandlung im Kloster Indersdorf auf. 1311 verkaufte Stephan Smycher den Prunnhof, der, wie es hieß, "da leit bi Eglofzried", ans Kloster Indersdorf.
Eglersried gehört politisch zu Indersdorf, kirchlich zu Weichs.

Geschichte der Kirche


Matrikel von 1524
Von der Geschichte der Kirche ist mir nicht viel bekannt. Das Gotteshaus war jedenfalls 1524 schon vorhanden, weil es in der Sunderndorfer'sche Matrikel als Filialkirche von Weichs bezeichnet wird ("S.Catharinae in Eglesriedt").


Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Weichs ist auch Eglersried kurz erwähnt. Die einmal als "St.Catharina in Egelsried" ein zweites Mal als "St.Chatrina in Egersriedt" bezeichnete Filialkirche wird in unterschiedlichen Farben geschildert: Der Kirchenpfleger gab an, die Kirche sei mit aller Zier wohl versehen, doch die "okularis inspectio", die Inaugenscheinnahme des Visitators, kam zum Ergebnis, dass es in allen Dingen schlecht stehe:"bei der kirch stet es in allen dingen gantz ubel, seind auch die kirchpröbst (=Kirchenver-walter) unfleissig". Das eigene Einkommen der Kirche (neben dem der Pfarrei) betrug 2 Gulden an Geld und 1 Vierling an Wachs. Dazu kam die Pacht von einem Gütl in Höhe von 120 Pfennigen. Die Ausgaben für das restliche Wachs beliefen sich auf 1 Gulden und 4 Kreuzer. In Eglersried bestand ein Mesnerhaus, in dem ein "vleissiger" Mesner wohnte. In der Kirche stand ein Sakramentshaus, nicht verschlossen aber beleucht. Das Allerheiligste und die heiligen Öle wurden liturgisch rein behandelt. Das Taufwasser befand sich in einem Krug ("Baptismus ist in aim khrueg"). Gottesdienste fanden jeden zweiten Sonntag statt ("Gotsdinst wirt uber den andern sontag verricht"). Der Pfarrer (aus Weichs) hielt auch die Trauergottesdienste in katholischem Ritus. Er beschwerte mit dem Selgerät niemand. In der Kirche bestand ein gestifteter Jahrtag, der auch gehalten wurde.
Wenn Sie den ganzen Bericht von 1560 über die Visitation in der Pfarrei Weichs (in heutigem Deutsch) lesen möchten,
klicken Sie hier...


Kirchenbau 1694

Die heutige Filialkirche St. Katharina und St.Anna der Pfarrei Weichs in Eglersried ist ein vollständiger Neubau von 1688/90, der anstelle eines Vorgängerbaues errichtet wurde. Die Weihe fand 1694 statt.


Beschreibung 1721
In einer Pfarrbeschreibung aus dem Jahr 1721 wird über Eglersried bemerkt: "Öglsriedt filial S.Catharinae mit begröbniß, alwo ein ganzer Pauer sambt 21 halbn Paurn seindt auch folgendte ainödtn in die begröbniß dahin gehörig, alß lueg, Perg und Dafern"


Matrikel 1738/40
In den Jahren 1738 bis 1740, hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur Weichser Filiale "Ecclesia filialis s.Catherinae in Egelsriedt" bemerkt er, die Kirche sei ein neuer Bau. Sie habe drei Altäre, die der hl.Catharina, der hl.Anna und der hl.Barbara geweiht seien. Sonntagsgottesdienste würden abwechselnd mit Aufhausen gehalten. Zudem fänden Messen an vielen Heiligen-festen statt. Das Kirchweihfest falle auf den Sonntag in der Oktave nach Jakobi (25.7.). In der Sakristei würden die notwendigen Messgewänder aufbewahrt. Im Friedhof stehe ein Beinhaus, in das die Gebeine der Toten nach der Exhumierung einige Jahre nach der Beerdigung gebracht worden sind. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer von Weichs und der Landpfleger in Kranzberg. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses ist bey letzter Rechnung in 359 fl. (=Gulden) 20 kr (=Kreuzer) bestandten". Das war auch für eine kleine Kirche kein großes Vermögen.


Beschreibung 1884

In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von Anton Mayer und Georg Westermayer aus den Jahren 1870 bis 1884 ist im Kapitel über die Pfarrei Weichs auch die Filialkirche St.Anna in Eglersried (dort Egelsried genannt) enthalten. Im Dorf selbst wohnten 25 Seelen (in 5 Häusern). Dazu kamen noch die Gläubigen in Hartwigshausen 28 (4) und Stachusried 10 (4). Zwei Häuser in Stachusried waren von Protestanten bewohnt. Die Wege zur 4 km entfernten Pfarrkirche seien großenteils beschwerlich, besonders bei nasser Witterung, schreibt Westermayer. Und weiter über die Kirche St.Anna: "Nordwestlich von Weichs gelegen. Erbauungjahr unbekannt. Restaurirt 1869-1872. Styl ursprünglich gothisch, jetzt Renaissance. Geräumigkeit zureichend. Baupflicht hat die Kirche. Kuppelthurm mit 2 Glocken. Darauf folgende Inschriften:
a) auf der größeren Glocke: 'O rex gloriae veni cum pace. 1585 jar'
b) auf der kleineren: "Matthaeus, Marcus, Lucas, Johannes'.
3 Altäre. Gottesdienst im Wechsel mit Aufhausen, wenn die Cooperatur besetzt ist (=wenn in Weichs ein Kaplan vorhanden ist). Stiftungen: 1 Jahrtag, 7 Jahrmessen. Meßner ist ein Gütler des Ortes. Kirchenvermögen: 4.500 Mark".

 

Beschreibung 1895 
Die Kirche von Eglersried ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern kurz erwähnt, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde. Dort heißt es auf Seite
287:

-
Kirche. Erbaut in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundertes. Einschiffig.
-
Das Langhaus hat drei Gewölbejoche, der wenig eingezogene Chor ein Langjoch und Schluss in drei Seiten des Achtecks.
-
Sakristei an der Südseite des Chores.
-
Toskanische Pilaster tragen über einem Gesimsstück die einfachen Kreuzgewölbe ohne Rippen.
-
Ausstattung aus der Erbauungszeit.
-
Der Choraltar edel im Aufbau.
-
Auf demselben Holzstatue der Maria, das Jesuskind auf dem linken Arm tragend (ursprünglich Anna selbdritt, die Maria, die daneben stand, ist beseitigt und so die Anna zur Maria gemacht worden). H. 130 cm.
-
Ferner St. Katharina mit Rad, Schwert und Palme und S. Barbara mit dem Kelch in der Linken;
-
gute charakteristische bemalte Holzfiguren aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.



Restaurierungen
- 1777        Die Kirche wurden erstmals 1777, also rd. 80 Jahre nach der Erbauung von Maurermeister Rössler sowie von den
                 Zimmerern Eckl und Michael Häberl (Lohn: 44 Gulden) renoviert.
- 1967/72  Die letzte Restaurierung fand in den Jahren 1967-72 statt.
- 2002        musste ein Teil des Daches erneuert werden. 


Baubeschreibung


Dachreiter
Die um 1690 erbaute Kirche liegt am südlichen Ortsrand inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Der einachsige Chor ist etwas eingezogen und schließt mit drei Seiten eines Achtecks. Er wird durch zwei Rundfenster, sog. Ochsenaugen, erhellt.
Das Langhaus, das Kirchenschiff, ist ein dreiachsiger Saalbau. Toskanische Pilaster tragen über einem Gesimsstück die einfachen Kreuzgewölbe ohne Rippen. Die Wände sind durch Lisenen und eine umlaufende horizontale Wandvorlage unter dem Traufgesims gegliedert.
An der Südwand außen hängt ein großes Kruzifix. Der leider stark beschädigte Corpus erscheint im Verhältnis zur Länge der Kreuzesbalken und der darüber hängenden Inschriftentafel als viel zu klein.
Auf der Westmauer sitzt ein Dachreiter. Das Türmchen ist im unteren Teil viereckig; der obere Teil und die kupferverkleidete Turmspitze sind achteckig. Der Lehrer und Hobbyhistoriker Holdenried bezeichnete es 1885 Jahren als "schiefes Thürmchen".

Außenkruzifix
Ob das uralte Glöckchen aus dem Jahr 1585 noch in der Glockenstube hängt, ist mir nicht bekannt. Doch die
Wahrscheinlichkeit ist groß; aufgrund ihres Alters war die Glocke von der Ablieferungspflicht in den beiden Weltkriegen befreit.
Südlich am Chor ist die Sakristei mit quer gestelltem Satteldach angebaut.

Innenausstattung

Altarraum

Das Kircheninnere ist vollständig mit einem Kreuzgratgewölbe überdeckt. Die Gewölbebögen enden in (sog. toskanischen) Pilastern und Gesims, die zugleich auch die Wände gliedern.
Der Chor ist nur wenig eingezogen und dreiseitig geschlossen. Er wird durch zwei hoch angebrachte Rundfenster beiderseits des Altars beleuchtet.


H
ochaltar /Choraltar

Der 2,50 Meter breite und raumhohe Hochaltar von 1703 (sign) wird durch das barocke Retabel (Altaraufbauten) geprägt. Das Holz ist schwarz gefasst und mit Schnitzdekor vergoldet. Zwei marmorierte Wendelsäulen mit Kompositkapitellen stützen das verkröpfte Gebälk mit dem Aufsatz zwischen den Sprenggiebeln. Die Stipes, der Altarblock ist gemauert und verputzt. In der Predella, der Zone zwischen Altartisch und Altaraufbau, sind drei marmorierte (= mit Marmormuster bemalte) Füllungen zwischen kleinen kannelierten Säulchen zu sehen.
Im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern von 1895 wird der Choraltar als "edel im Aufbau" bezeichnet.


Altaraufsatz

Der säulenbegrenzte Altaraufsatz besitzt einen geschweiften Giebel und ist mit Akanthusverzierungen geschmückt. Darunter ist in einem ovalen Rahmen eine Heilig-Geist-Taube auf blauem Grund angebracht. Gekrönt wird der Aufsatz von einem vergoldeten Strahlenkreuz.

Heilig-Geist-Taube
im Altaraufsatz
Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf Jesus hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach).

Mittelteil
In der Mittelnische des Hochaltars steht eine elegante Figur der hl.Mutter Anna, die ihren Enkelsohn auf dem Arm hält. Diese Figurengruppe aus der Mitte des 17.Jh soll aus einer früheren Anna-selbdritt-Darstellung entstanden sein; Maria hat wohl zu Füßen von Anna gestanden.
Die von einem Heiligenschein in Form eines Strahlenkranzes gezierte Mutter Anna weist mit der rechten Hand auf Jesus. Das Kind hält eine Weltkugel in der Hand und blickt nach unten, wo früher die Figur seiner Mutter gestanden haben dürfte.

(Groß)Mutter Anna
mit Jesus

Im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern von 1895 wird die Auffassung vertreten, die Figur stelle nun nach der Umgestaltung Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm dar. Dort steht:
"Holzstatue der Maria, das Jesuskind auf dem linken Arm tragend (ursprünglich Anna selbdritt, die Maria, die daneben stand, ist beseitigt und so die Anna zur Maria gemacht worden). H. 130 cm."

Darüber eine Inschriftenkartusche mit dem Text "Da pacem in diebus nostris (Gib Frieden in unserer Zeit)".

Assistenzfiguren
Die nicht ganz lebensgroßen Assistenzfiguren aus dem 17.Jh stehen auf Postamenten unter herabhängenden Fruchtsträußen.

Dachreiter
Auf der linken Seite des Hochaltars die Figur der Kirchenpatronin, der hl.Katharina mit dem Märtyrerpalmzweig und einem Schwert in den Händen. Zu ihren Füßen ein zerbrochenes Rad. 
Hinweis: Katharina, die Königstochter aus Zypern, ist eine legendäre Gestalt. Sie soll im Jahr 306 wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht und gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet worden sein. Seit dem ausgehenden Mittelalter gehört sie zu den beliebtesten Heiligen und wurde deshalb im
15.Jh der Gruppe der 14 Nothelfer (Patronin der Theologen, Lehrer und Frisöre; Helferin bei Migräne und Sprach-schwierigkeiten) zugerechnet. Der Palmzweig stellt den Sieg des Märtyrer über Welt und Fleisch dar. Er nimmt Bezug auf die Offenbarung des Johannes (Apo 7,9), in der es heißt: "Danach sah ich eine große Schar aus allen Nationen ... Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen". Festtag: 25.November

Rechte Assistenzfigur ist die hl. Barbara, mit einem Strahlenkranz als Heiligenschein hinter hoher Stirn. In den Händen hält sie einen Kelch und den Märtyrerpalmzweig. Die Figur stammt ebenfalls aus dem 17.Jh.
  Hinweis: Die Heilige ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst. Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbe-patronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm). Festtag: 4.Dez.

St.Barbara

Das Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern von 1895 beschreibt die Figuren mit: "gute charakteristische bemalte Holzfiguren aus der Mitte des 17. Jahrhunderts


Die Kirche hat keine Seitenaltäre mehr. Die aus der Zeit um 1944 stammenden Retabel im neubarocken Stil sind zur Zeit in der Nähe der Kirche ausgelagert. An ihrer Stelle sind große Figuren angebracht.



F
igurenausstattung


St.Sebastian
Rechts vom Chorbogen steht eine Statue des hl. Sebastian aus der Zeit um 1600. Der Heilige ist an den Marterbaum gebunden und von Pfeilen durchbohrt. Sebastian trägt einen Spitzbart.
Hinweis: Nach der Legende war Sebastian im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein.  Der heilige Sebastian wird deshalb  als Pestpatron und -der Pfeile wegen- und als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. Festtag: 20.Januar


Muttergottes
An der Stelle des linken Seitenaltars steht eine Muttergottesfigur mit dem Jesuskind auf dem Arm. In der rechten Hand hält Maria ein Zepter. Auf dem Haupt trägt sie eine barocke Krone. Das segnende Jesuskind hält den Reichsapfel in der Hand. Krone, Zepter und Reichsapfel sind die alten königlichen Insignien und weisen auf die Königswürde Mariens hin.

An der Südwand steht eine weitere, viel schlankere Madonnenfigur auf einem Sockel. Sie ist mit einem rot-blau-goldenen Gewand mit reichem Faltenwurf gekleidet. Um den Kopf und den Hals ist ein langer Schal geschlungen.
Auf dem linken Arm trägt Maria das Jesuskind, das seine rechte Hand segnend erhebt.

Muttergottes
Die Kronen von Maria und Jesus wurden sicher zu einer späteren Zeit aufgesetzt. Zu Füßen der Madonna ist ein Gesicht zu sehen (siehe Bild rechts). Es handelt sich um das Gesicht des alten Adam, auf das Maria ihre Füße gesetzt hat. Sie präsentiert dem Betrachter den "neuen Adam", das Jesuskind auf ihrem Arm (eine ähnliche Darstellung finden sich auf den gotischen Malereien in der Kirche von Urschalling).
Die Figur ist eine Leihgabe des Stadlbauer-Hofs in Eglersried. Sollte sie in der Kirche keinen Platz mehr finden, müsste sie dem Hof zurückgegeben werden. Die Figur soll im 16.Jh. von einem Augsburger Künstler geschnitzt worden sein.

Gesicht Adams
zu Füßen Mariens
  Hinweis: Rot und Blau sind die traditionellen Marienfarben. Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung (im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli). Im Barock kam noch Gold dazu, das das Ewige, die himmlische Herkunft, den himmlischen Glanz und höchste Herrlichkeit symbolisiert.

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Kreuzweg-Stationsbilder
An den Seitenwänden hängen die 14 Kreuzwegbilder. Sie wurden 1945 von Josef Albrecht mit Ölfarbe auf Holzuntergrund gemalt. Die Signatur ist auf der Rück-seite der ersten Station aufgebracht.
Der Maler Josef Albrecht aus München war übrigens auch in Gundackersdorf (Deckengemälde), Asbach bei Peters-hausen (Deckengemälde) und in Weichs (Kreuz-wegbilder) künstlerisch tätig.

Kreuzwegbilder
Hinweis: In früheren Zeiten gab es übrigens statt der jetzigen vierzehn, nur sieben Kreuzwegstationen.Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...

Kruzifix
An der Nordwand hängt ein großes frühbarockes Kruzifix aus dem 16.Jh. Jesus hat sein Haupt mit gebrochenen Augen geneigt. Der Heiligenschein besitzt drei Strahlen; diese Form ist nur den drei göttlichen Personen vorbe-halten. Der Corpus ist als Inkarnat (=fleischfarbig) ge-fasst. Die Adern schimmern blau unter der Haut hervor.

Wandkruzifix
Aus den Wunden der Hände, der Füße, der Knie, der Seite
und an der Stirn unter der Dornenkrone tropft das Blut. Das im Wind flat-ternde Lendentuch (perizoma) ist vergoldet.
  Hinweis: In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.

Die Kirchenstühle bestehen aus sechs Doppelreihen zu beiden Seiten des Mittelgangs.
  Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler. Oft wurden auch die die Patrone der Seitenaltäre nach der Geschlechtszugehörigkeit ausgewählt: Seitenaltäre mit Christus oder einem männlichen Heiligen als Patron sind in der Regel rechts, Marienaltäre dagegen links zu finden. So auch hier in Eglersried (Links St.Maria, rechts St.Sebastian).


Empore

Die Brüstung der stützenlosen Empore ist nur noch durch Kassettenfüllungen gegliedert. Früher soll sie bemalt gewesen sein.
An den Kniebänken auf der Empore sind noch die Namensschilder zu sehen, die früher den Bauern (gegen ein angemessenes Entgelt) einen festen Platz in der Kirche sicherten. Die festen Plätze in der Kirchenbank waren in der Regel an den Hof gebunden; der Käufer eines Anwesens erwarb auch den mit dem Anwesen verbundenen Kirchenstuhl. Solche Namensschilder sind auch noch in den Kirchen von Ainhofen, Odelzhausen, Altomünster, Dachau, Eisenhofen, Einsbach-Hl.Blut, Langenpettenbach, Puchschlagen, Asbach und in der Taxakapelle erhalten.

Namensschilder
in den Bänken


Die Kirche besitzt keine Orgel; der Gesang wird mit einem Harmonium begleitet.

Neben dem Eingang ist ein altes Weihwasserbecken aus Stein in die Wand eingelassen.

Hans Schertl


Quellen
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895

J.Holdenried, Chronik von Weichs, 1885
Dehio/Gallo, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, 1964
Dachauer Nachrichten vom 3./4.9.1966
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland tätige Zimmermeister, Amperl 1986 (
Häberl)
Georg Brenninger, Kunsthandwerker der Barockzeit in Kirchen des Gerichts Kranzberg, Amperland 1987/4
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des Landkreises Dachau, Bd 2 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991

17 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

26.2.2017