Filialkirche
St. Katharina und St. Anna in EGLERSRIED
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Die Ortschaft Eglersried wurde erstmals im Jahr 1147 im Zusammenhang mit ortsansässigem Adel erwähnt. Die Filialkirche hl.Katharina und St.Anna der Pfarrei Weichs liegt am südlichen Ortsrand von Eglersried inmitten eines ummauerten Friedhofs. Das Gotteshaus wurde erstmals
in der Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524 erwähnt.
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Die Kirche wurden erstmals 1777, also rd. 80
Jahre nach der Erbauung von Maurermeister Rössler und Zimmermeister Eckl renoviert.
Die letzte Restaurierung fand in den Jahren 1967-72 statt. Im Jahr 2002 musste
ein Teil des Daches erneuert werden.
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Innenausstattung Das Kircheninnere
ist vollständig mit einem Kreuzgratgewölbe überdeckt. Eine weitere Marienfigur ist im Kirchenschiff angebracht. Es handelt sich um eine Dauerleihgabe eines Bauern aus dem Ort. Zu den ältesten Kunstgegenständen in der Kirche gehört das große frühbarocke Kruzifix aus dem 16.Jh. an der Nordwand. |
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An den Seitenwänden hängen die 14 Kreuzwegbilder.
Sie wurden 1945 von Josef Albrecht mit Ölfarbe auf Holzuntergrund gemalt.
An den Kniebänken auf der Empore sind noch die
Namensschilder zu sehen, die früher den Bewohnern der einzelnen Höfe
einen festen Platz zuwiesen und zusicherten.
Ausführliche
Beschreibung
mit
ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Die Ortschaft Eglersried wurde erstmals im Jahr 1147 erwähnt. Damals trat ein ortsansässiger Adeliger namens Egelolfus de Eglolfsried als Zeuge bei einer Verhandlung im Kloster Indersdorf auf. 1311 verkaufte Stephan Smycher den Prunnhof, der, wie es hieß, "da leit bi Eglofzried", ans Kloster Indersdorf.
Geschichte der Kirche
Matrikel von
1524
Von der Geschichte der Kirche ist mir nicht viel bekannt. Sie war jedenfalls
1524 schon vorhanden, weil sie in der Sunderndorfer'sche
Matrikel als Filialkirche von Weichs bezeichnet wird ("S.Catharinae
in Eglesriedt").
Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz
von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation,
eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte
durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517)
entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur
Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation
wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation
der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer
und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen
Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung
der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Weichs ist auch Eglersried kurz erwähnt.
Die einmal als "St.Catharina in Egelsried" ein zweites Mal als "St.Chatrina
in Egersriedt" bezeichnete Filialkirche wird in unterschiedlichen Farben
geschildert: Der Kirchenpfleger gab an, die Kirche sei mit aller Zier wohl versehen,
doch die "okularis inspectio", die Inaugenscheinnahme des Visitators,
kam zum Ergebnis, dass es in allen Dingen schlecht stehe:"bei der kirch
stet es in allen dingen gantz ubel, seind auch die kirchpröbst (=Kirchenverwalter)
unfleissig". Das eigene Einkommen der Kirche (neben dem der Pfarrei) betrug
2 Gulden an Geld und 1 Vierling an Wachs. Dazu kam die Pacht von einem Gütl
in Höhe von 120 Pfennigen. Die Ausgaben für das restliche Wachs beliefen
sich auf 1 Gulden und 4 Kreuzer. In Eglersried bestand ein Mesnerhaus, in dem
ein "vleissiger" Mesner wohnte. In
der Kirche stand ein Sakramentshaus, nicht verschlossen aber beleucht. Das Allerheiligste
und die heiligen Öle wurden liturgisch rein behandelt. Das Taufwasser befand
sich in einem Krug ("Baptismus ist in aim khrueg"). Gottesdienste
fanden jeden zweiten Sonntag statt ("Gotsdinst wirt uber den andern sontag
verricht"). Der Pfarrer (aus Weichs) hielt auch die Trauergottesdienste
in katholischem Ritus. Er beschwerte mit dem Selgerät niemand. In der Kirche
bestand ein gestifteter Jahrtag, der auch gehalten wurde.
Wenn Sie den ganzen Bericht von 1560 über die Visitation in der Pfarrei
Weichs (in heutigem Deutsch) lesen möchten,
klicken Sie hier...
Kirchenbau 1694
Die heutige Filialkirche St. Katharina und St.Anna der Pfarrei Weichs in Eglersried
ist ein vollständiger Neubau von 1688/90, der anstelle eines Vorgängerbaues
errichtet wurde. Die Weihe fand 1694 statt.
Beschreibung 1721
In einer Pfarrbeschreibung aus dem
Jahr 1721 wird über Eglersried bemerkt: "Öglsriedt filial S.Catharinae
mit begröbniß, alwo ein ganzer Pauer sambt 21 halbn Paurn seindt
auch folgendte ainödtn in die begröbniß dahin gehörig,
alß lueg, Perg und Dafern"
Matrikel 1738/40
In den
Jahren 1738 bis 1740, hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien
der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen
Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur Weichser
Filiale "Ecclesia filialis s.Catherinae in Egelsriedt" bemerkt er,
die Kirche sei ein neuer Bau. Sie habe drei Altäre, die der hl.Catharina,
der hl.Anna und der hl.Barbara geweiht seien. Sonntagsgottesdienste würden
abwechselnd mit Aufhausen gehalten. Zudem fänden Messen an vielen Heiligenfesten
statt. Das Kirchweihfest falle auf den Sonntag in der Oktave nach Jakobi (25.7.).
In der Sakristei würden die notwendigen Messgewänder aufbewahrt. Im
Friedhof stehe ein Beinhaus, in das die Gebeine der Toten nach der Exhumierung
einige Jahre nach der Beerdigung gebracht worden sind. Im Turm hingen zwei geweihte
Glocken. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer von Weichs und der
Landpfleger in Kranzberg. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in
deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses ist bey letzter
Rechnung in 359 fl. (=Gulden) 20 kr (=Kreuzer) bestandten". Das
war auch für eine kleine Kirche kein großes Vermögen.
Beschreibung 1884
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von
Anton Mayer und Georg Westermayer aus den Jahren 1870 bis 1884 ist im Kapitel
über die Pfarrei Weichs auch die Filialkirche St.Anna in Eglersried (dort
Egelsried genannt) enthalten. Im Dorf selbst wohnten 25 Seelen (in 5 Häusern).
Dazu kamen noch die Gläubigen in Hartwigshausen 28 (4) und Stachusried
10 (4). Zwei Häuser in Stachusried
waren von Protestanten bewohnt. Die Wege zur 4 km entfernten Pfarrkirche seien
großenteils beschwerlich, besonders bei nasser Witterung, schreibt Westermayer.
Und weiter über die Kirche St.Anna: "Nordwestlich von Weichs gelegen.
Erbauungjahr unbekannt. Restaurirt 1869-1872. Styl ursprünglich gothisch,
jetzt Renaissance. Geräumigkeit zureichend. Baupflicht hat die Kirche.
Kuppelthurm mit 2 Glocken. Darauf folgende Inschriften: a) auf der größeren
Glocke: 'O rex gloriae veni cum pace. 1585 jar' b) auf der kleineren: "Matthaeus,
Marcus, Lucas, Johannes'. 3 Altäre.
Gottesdienst im Wechsel mit Aufhausen, wenn die Cooperatur besetzt ist (=wenn
in Weichs ein Kaplan vorhanden ist). Stiftungen: 1 Jahrtag, 7 Jahrmessen.
Meßner ist ein Gütler des Ortes. Kirchenvermögen: 4.500 Mark".
Restaurierungen
Die Kirche wurden erstmals 1777, also rd. 80 Jahre nach der Erbauung
von Maurermeister Rössler und Zimmermeister Eckl renoviert. Die
letzte Restaurierung fand in den Jahren 1967-72 statt. Im Jahr 2002 musste ein
Teil des Daches erneuert werden.
Baubeschreibung
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Die
Kirche liegt am südlichen Ortsrand inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Der einachsige Chor ist etwas eingezogen und schließt mit drei Seiten eines Achtecks. Er wird durch zwei Rundfenster, sog. Ochsenaugen, erhellt. Das Langhaus, das Kirchenschiff, ist ein dreiachsiger Saalbau. Die Wände sind durch Lisenen und eine umlaufende horizontale Wandvorlage unter dem Traufgesims gegliedert.
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Altarraum
Das Kircheninnere ist vollständig mit einem Kreuzgratgewölbe
überdeckt. Die Gewölbebögen enden in (sog. toskanischen) Pilastern
und Gesims,
die zugleich auch die Wände gliedern.
Der Chor ist nur wenig
eingezogen und dreiseitig geschlossen. Er wird durch zwei hoch angebrachte
Rundfenster beidseits des Altars beleuchtet.
Der 2,50 Meter breite und raumhohe Hochaltar von 1703 (sign) wird durch das barocke Retabel (Altaraufbauten) geprägt. Das Holz ist schwarz gefasst und mit Schnitzdekor vergoldet. Zwei marmorierte Wendelsäulen mit Kompositkapitellen stützen das verkröpfte Gebälk mit dem Aufsatz zwischen den Sprenggiebeln. die Stipes, der Altarblock ist gemauert und verputzt. In der Predella, der Zone zwischen Altartisch und Altaraufbau, sind drei marmorierte (= mit Marmormuster bemalte) Füllungen zwischen kleinen kannelierten Säulchen zu sehen.
| In der Mittelnische des Hochaltars steht eine elegante Figur der hl.Mutter Anna, die ihren Enkelsohn auf dem Arm hält. Diese Figurengruppe aus der Mitte des 17.Jh soll aus einer früheren Anna-selbdritt-Darstellung entstanden sein; Maria hat wohl zu Füßen von Anna gestanden. |
Die von einem Heiligenschein in Form eines Strahlenkranzes gezierte Mutter Anna weist mit der rechten Hand auf Jesus. Das Kind hält eine Weltkugel in der Hand und blickt nach unten, wo früher die Figur seiner Mutter gestanden haben dürfte. |
Darüber eine Inschriftenkartusche mit dem Text "Da pacem in diebus nostris (Gib Frieden in unserer Zeit)".
Der säulenbegrenzte Altaraufsatz besitzt einen geschweiften Giebel und ist mit Akanthusverzierungen geschmückt. Darunter ist in einem ovalen Rahmen eine Heilig-Geist-Taube auf blauem Grund angebracht. Gekrönt wird der Aufsatz von einem vergoldeten Strahlenkreuz.
| Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach). |
Die nicht ganz lebensgroßen
Assistenzfiguren aus dem 17.Jh stehen auf Postamenten unter herabhängenden
Fruchtsträußen.
| Auf der linken Seite des Hochaltars
die Figur der Kirchenpatronin, der hl.Katharina
mit dem Märtyrerpalmzweig und einem Schwert in den Händen. Zu ihren
Füßen ein zerbrochenes Rad. Hinweis: Katharina, die Königstochter aus Zypern, ist eine legendäre Gestalt. Sie soll im Jahr 306 wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht und gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet worden sein. Seit dem ausgehenden Mittelalter gehört sie zu den beliebtesten Heiligen und wurde deshalb im 15. Jh der Gruppe der 14 Nothelfer (Patronin der Theologen, Lehrer und Frisöre; Helferin bei Migräne und Sprachschwierigkeiten) zugerechnet. |
Rechte Assistenzfigur ist die hl. Barbara, mit einem Strahlenkranz als Heiligenschein hinter hoher Stirn. In den Händen hält sie einen Kelch und den Märtyrerpalmzweig. Die Figur stammt ebenfalls aus dem 17.Jh.
| Hinweis: Die Heilige ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst . Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm). |
Die
Kirche hat keine Seitenaltäre mehr. Die aus der Zeit um 1944 stammenden
Retabel im neubarocken Stil sind zur Zeit in der Nähe der Kirche ausgelagert.
An der Stelle der Altäre sind große Figuren angebracht.
| Rechts vom Chorbogen steht
eine Statue des hl. Sebastian
aus der Zeit um 1600. Der Heilige ist an den Marterbaum gebunden und von
Pfeilen durchbohrt. Sebastian trägt einen Spitzbart. Hinweis: Nach der Legende war Sebastian im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen.Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- und als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. |
| An der Stelle des linken Seitenaltars steht eine Muttergottesfigur mit dem Jesuskind auf dem Arm. In der rechten Hand hält Maria ein Szepter. Auf dem Haupt trägt sie eine barocke Krone. Das segnende Jesuskind hält den Reichsapfel in der Hand. Krone, Szepter und Reichsapfel sind die königlichen Insignien und weisen auf die Königswürde Mariens hin. |
n der Südwand steht eine weitere, viel schlankere Madonnenfigur auf einem Sockel. Maria trägt das Jesuskind auf dem linken Arm. Sie ist mit einem rot-blau-goldenen Gewand mit reichem Faltenwurf gekleidet. Um den Kopf und den Hals ist ein langer Schal geschlungen.Das nackte Jesuskind hebt seine rechte Hand segnend zum Betrachter.
| Die Kronen von Maria und Jesus
wurden sicher zu einer späteren Zeit aufgesetzt. Zu Füßen
der Madonna ist ein Gesicht zu sehen (siehe Bild rechts). Es handelt sich
um das Gesicht des alten Adam, auf dem Maria ihre Füße gesetzt
hat. Sie präsentiert dem Betrachter den "neuen Adam", das
Jesuskind auf ihrem Arm (eine ähnliche Darstellung finden sich auf
den gotischen Malereien in der Kirche von Urschalling). Die Figur ist eine Stiftung des Stadlbauerhofs in Eglersried. Sollte sie in der Kirche keinen Platz mehr finden, müsste sie dem Hof zurückgegeben werden. Die Figur soll im 16.Jh. von einem Augsburger Künstler geschnitzt worden sein. |
| Hinweis: Rot und Blau sind die traditionellen Marienfarben. Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung (im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli). Im Barock kam noch Gold dazu, das das Ewige, die himmlische Herkunft, den himmlischen Glanz und höchste Herrlichkeit symbolisiert. |
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Die Kirchenstühle bestehen aus sechs Doppelreihen zu beiden Seiten des Mittelgangs.
| Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler. Oft wurden auch die die Patrone der Seitenaltäre nach der Geschlechtszugehörigkeit ausgewählt: Seitenaltäre mit Christus oder einem männlichen Heiligen als Patron sind in der Regel rechts, Marienaltäre dagegen links zu finden. So auch hier in Eglersried (Links St.Maria, rechts St.Sebastian). |
Die Brüstung der stützenlosen Empore ist nur noch durch Kassettenfüllungen gegliedert. Früher soll sie bemalt gewesen sein.
| An den Kniebänken auf der Empore sind noch die Namensschilder zu sehen, die früher den Bauern (gegen ein angemessenes Entgelt) einen festen Platz in der Kirche sicherten. Die festen Plätze in der Kirchenbank waren in der Regeln an den Hof gebunden; der Käufer eines Anwesens erwarb auch den mit dem Anwesen verbundenen Kirchenstuhl. Solche Namensschilder sind auch noch in den Kirchen von Ainhofen, Odelzhausen, Altomünster, Dachau, Einsbach-Hl.Blut, Langenpettenbach, Puchschlagen und Asbach erhalten. |
Die Kirche besitzt keine Orgel;
der Gesang wird mit einem Harmonium begleitet.
Neben dem Eingang ist ein altes Weihwasserbecken aus Stein in die Wand eingelassen.
Hans Schertl
Quellen
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing,
1849/50
J.Holdenried, Chronik von Weichs, 1885
Dehio/Gallo, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, 1964
Dachauer Nachrichten vom 3./4.9.1966
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des
Jahres 1560, 1986
Georg Brenninger, Kunsthandwerker der Barockzeit in Kirchen des Gerichts
Kranzberg, Amperland 1987/4
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des
Landkreises Dachau, Bd 2der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
16 Bilder: Hans Schertl
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24.1.2012