Kirchen
und Kapellen im Landkreis Dachau
Kirchen
in der Gemeinde Pfaffenhofen
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Brückenkapelle in EBERSRIED
![]() Lage der Kapelle auf der Landkarte ... |
Beschreibung Geschichte Die Kapelle in Ebersried steht am westlichen Glonnufer, neben der Brücke, über die die Straße nach Weyhern führt. Die Glonn bildet hier die Grenze zum Landkreis Fürstenfeldbruck. Der Bau steht zwar im Landkreis Dachau; Eigentümer ist aber die Nachbargemeinde Egenhofen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Das
kleine Gotteshaus ist dem hl. Johannes Nepomuk geweiht, der große
Tradition als Brückenheiliger hat. Schon 1736 ließ Freiherr
von Ruffini mitten auf der Fußgängerbrücke über die
Glonn eine Nepomukfigur mit Laterne und Opferstock anbringen. An jedem
Samstag und Sonntag Abend wurde die Laterne angezündet; sie sollten
den vom Wirtshaus heimkehrenden Zechern als Wegweiser dienen. Auch bei
Hochwasser wurde die Laterne angezündet, um Unglücksfälle
zu vermeiden.
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Baubeschreibung
Der Holzbau ist in seinem Stil ungewöhnlich für das Dachauer Land. Von der früher wohl durchgehend verwendeten blauen Grundfarbe ist nur noch ein Teil am Portal an der Südseite erhalten. Die braun gestrichenen Balken und Bretter wirken wie Lisenen an Steingebäuden und bringen viel Kontrast in das Gesamtbild. Die Kapelle hat einen portalähnlichen, nach oben abgerundeten Eingang mit einer Gittertüre. Zwei seitliche Fenster geben dem Raum genügend Licht.
Im kleinen, offenen Türmchen auf dem Dachgiebel (Dachreiter) hängt eine hölzerne Glocke (Bild siehe rechts)
Der Zustand in und um die Kapelle lässt darauf schließen, dass sie nur noch in seltenen Fällen und großen zeitlichen Abständen benutzt wird.
Derzeit wird die Kapelle für 20.000 Euro renoviert.
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Inneneinrichtung Im Inneren sind die Wände mit einem an Tapeten erinnernde Muster bemalt. Zwei schmale Säulen stützen ein Scheingewölbe. Auf einem kleinen Altar steht die Figur
des hl. Johannes Nepomuk im Gewand eines höhergestellten Priesters
mit Birett auf dem Kopf, der Mozetta um die Schultern und dem Rochett
über der Soutane. Die Mozetta, das mit einer Knopfreihe vorn geschlossene
Schultertuch ist dem höheren Klerus vorbehalten. Das Wort kommt vom italienischen
"abgeschnitten". Rochett (it.Rock) bezeichnet ein mit Stickereien verziertes
weißes Hemd, das über dem schwarzen Talar getragen wird. Das Birett ist
eine quadratisch geformte Mütze mit vier Stegen (Kardinäle nur drei Stege),
das außerhalb des Gottesdienstes den Kopf der Priester bedeckt. Die Statue
ist eine Nachbildung. Die Originalfigur aus dem 19.Jh war 1982 gestohlen
und wieder aufgefunden worden. Sie ist seither im Rathaus von Egenhofen
untergebracht.
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Zum Kirchenpatron Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche beim König Wenzel unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken. Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes, der Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gab. Der Fundort der Leiche wurde durch eine Erscheinung von 5 Sternen geoffenbart. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen. Johannes wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen und war deshalb während der Barock- und Rokokozeit als moderner Heiliger häufig abgebildet worden. |
Hans Schertl
Quellen:
Dachauer Nachrichten vom 4.7.2007 und vom 12.10.2009 (Geschichte)
4 Bilder: Hans Schertl (2005)
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21.11.2009