zur Landkreiskarte                       Kirchen in Dachau

Friedenskirche in DACHAU

Adresse: 85221 Dachau, Uhdestraße 2
Lage der Kirche auf der Landkarte ...
Beschreibung

Die Friedenskirche ist die älteste Kirche der evangelische Christen in Dachau, die hier erst seit rd. 100 Jahren eine eigene Kirchengemeinde haben. mehr zur Geschichte der Kirchengemeinde...

Der heutige Kirchenbau an der Uhdestraße wurde 1953 nach Plänen des Archtikten Gustav Gsaenger für 300.00 Mark errichtet. Es ist bis heute einer schönsten Kirchenbauten der Nachkriegszeit im Landkreis.

Angesichts der Schrecken des nur kurz zurückliegenden 2.Weltkrieges, angesichts der Verbrechen im nahen Konzentrationslagerunddervielen

Flüchtlinge aus dem Osten sollte der Name der Kirche die Hoffnung auf den göttlichen Frieden ausdrücken, der in Jesus Christus Wirklichkeit wurde.

Der Grundriss der Kirche gleicht einem Ei, in dessen Spitze sich der Altarraum befindet.

Die für die damalige zeit revolutionäre Rundform der Kirche sollte die Gemeinschaft derer betonen, die aus der Not kommen.
Nach der Intention des Architekten ist schon der Eingang ein Symbol: Das vorgezogene Überdach beschützt die Kommenden und behütet sie wie das Nest den Vogel.

Wegen des moorigen Untergrundes ist die Kirche auf einen Pfahlrost aus Beton gestellt. Das Dach ist mit Holzschindeln gedeckt.

Der insgesamt 31 m hohe Turm besitzt ein 20 m hohes Spitzdach. In ihm hängen drei Glocken (an Stelzenjochen), die 1951 gegossen wurden. Die erste Glocke erklingt im Grundton g'; auf ihr der Text "O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!". Zweite Glocke: Ton b'; Text: "Haltet an am Gebet". Dritte Glocke: Ton c''; Text:"Ich will den Herren loben allezeit".
Im Erdgeschoss des Turmes ist die Sakristei eingerichtet.

Inneneinrichtung:

Die bis zum 2.Weltkrieg übliche Trennung zwischen Altar und Gemeinde ist nicht mehr vorhanden. Der Kirchenbau ist -so Architekt Gsaenger- "eine steinerne Predigt, nicht nur für die derzeit lebende Gemeinde, sondern für Jahrhunderte".

Gsaenger hatte dieses Grundkonzept bereits für eine von ihm geschaffene kleine Kirche im Walsertal entwickelt und im Verlauf seines weiteren Schaffens beim Entwurf und Bau der Münchner Matthäuskirche fortgesetzt. Diese Grundkonzeption, Altar und Gemeinde in einen großen Kreis zu integrieren, stellte einen Schritt ins Neuland des evangelischen Kirchenbaus dar.

MariaChristus am KreuzKanzelJohannesSiebenarmiger LeuchterBild von Gräfin Kalckreuth
Vergrößerung von 7 Details (Figuren, Gemälde, Taufstein, Kreuzweg, Kanzel, per Mouseklick
Der Innenraum wird optisch von einer großen Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes unter dem Kreuz beherrscht. Doch die Gestalten der Gruppe wirken feingliedrig, schmal und verletzlich. Die Gruppe orientiert sich nach Angaben des Architekten an gotischen Vorbildern. Dies gilt nicht nur für die Farben, die sehr dezent gehalten sind, sondern auch für die Körperform, die die gotische Darstellung mit dem Einknicken in der Hüfte (sog. gotischer Knick) nachvollziehen.

Übergroß im Verhältnis zu den Personen unter dem Kreuz hängt der leidende Christus am Kreuz. In seiner ganzen Härte wird der menschliche Schmerz dem Betrachter zugemutet. Doch zugleich ist der gro0e Schmerzensmann der Segnende: seine Arme reichen über die unterm Kreuz Stehenden hinaus und umschließen die ganze Gemeinde.


bitte klicken
Hinweis: Ein Kruzifix (crux= Kreuz, fixum= angeheftet) ist die Darstellung des am Kreuz hängenden Christus. In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus (Körper) des Gekreuzigten angebracht, weil die Kreuzigung als eine schändliche und würdelose Art der Hinrichtung galt (wie vor kurzem bei uns der Galgen). Auch in der jüdischen Tradition war nach dem Alten Testament (Buch Dtn 21,22) jeder Gekreuzigte (ans Holz Gehängte) ein "von Gott Verfluchter". Ab dem 4.Jh wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden oder toten Gekreuzigten, und damit die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen. Während der Kruzifix in katholischen Gegenden bis heute weite Verwendung in verschiedensten Anbringungs- und Verwendungsformen findet, wurde er in der Reformation neuen Regeln unterworfen: die reformierte (bzw. calvinistische Kirche) verzichtete gänzlich auf die Darstellung des Gekreuzigten, in der lutherischen Kirche ist sie seit dem 17. Jh. wieder nachweisbar und inzwischen auch die Regel.

Unter dem Kreuz beugt Maria ihr mütterliches Haupt. Sie kann den geschundenen Sohn nicht anschauen. Ihre Arme sind im Leid vor der Brust verschränkt, doch eine Hand zeigt auf Jesus. Er ist unser Friede.
Johannes hält sich mit einer Hand bedeckt, die andere scheint den Zweifel zu bergen. Sein Blick schwankt zwischen Staunen und Trotz, zwischen Glauben und Zweifel. Der Apostel Johannes, der unter dem Kreuz stand, war der Bruder des Jakobus' des Älteren und von Beruf Fischer. Er war erst Anhänger von Johannes dem Täufer und wurde dann Jesu "Lieblingsjünger" (Joh 19, 26).

 

Neben dem Altar steht ein siebenarmiger Leuchter als Sinnbild für das Alte Testament und für die Verbindung mit dem Judentum als unseren religiösen Wurzeln.

Vorbild ist der siebenarmige Leuchter, der im zweiten Tempel von Jerusalem stand (Menora). Dieser Leuchter wird in der Bibel als Baumsymbol verstanden. So ist im Buch Exodus zu lesen: "Der Leuchter, sein Gestell und sein Schaft, seine Kelche, Knospen und Blüten waren aus einem Stück getrieben. Getrieben bedeutet, dass das Kunstwerk durch Hämmern von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage erstellt wurde. Von seinen Seiten gingen sechs Arme aus, drei Leuchterarme auf der einen Seite und drei Leuchterarme auf der anderen Seite. Der erste Arm wies drei mandelblütenförmige Kelche auf mit je einer Knospe und einer Blüte, und der zweite Arm wies drei mandelblütenförmige Kelche auf mit je einer Knospe und einer Blüte, so alle sechs Arme, die von dem Leuchter ausgingen ... Die Knospen und Arme bildeten mit dem Schaft ein Ganzes". (Ex 37,17b-19.22a). Bei der Zerstörung dieses Tempels im Jahre 70 n. Chr. ließ der damalige Feldherr und spätere Kaiser Titus die goldene Menora nach Rom bringen und 81 n. Chr. auch auf seinem noch erhaltenen Triumphbogen darstellen. Die Menora besteht aus einem Mitteldorn mit drei hufeisenförmigen, untereinander angeordneten Armen. Da die unteren Arme jeweils höher hinaufreichend ausgeführt sind, schließen sie oben mit dem Mitteldorn in einer Ebene ab. 1948 wurde die Menora zum offiziellen Emblem des neugegründeten Staates Israel erklärt.


Auf der rechten Seite des Kirchenraums steht die große Kanzel, deren Schalldeckel an einem Seil von der Decke hängt. Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Da in den evangelischen Gottesdiensten die Verkündigung des Wortes Gottes sehr großen Raum einnimmt, hatte auch die Kanzel in den evangelischen Kirchen schon immer eine größere Bedeutung als in den katholischen Gotteshäusern.

 

Links vom Altar steht der Taufstein, ein massiver Block, in den die Vertiefung für die schöne vergoldete Taufschüssel eingelassen ist.
Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet.

An der Südseite des Kirchenschiffes unterbricht ein übergroßes Fenster das Kirchenrund. Es dient dem Kirchenraum als entscheidende Lichtquelle.

Orgel
Auf der halbkreisförmigen Empore hängt auf der linken Seite ein großes Gemälde der Künstlerin Marie Gräfin von Kalckreuth aus dem Jahr 1897 mit dem Titel: Gott nimmt die Sünder an.
Das im Malstil an den frühen Lenbach erinnernde Gemälde wurde 1893 auf der Weltausstellung in Chicago mit einer silbernen Medaille ausgezeichnet.

Frau von Kalckreuth war die Tochter des Landeschafts-Malers Graf Stanislaus von Kalckreuth. Sie lebte zuletzt in Dachau, wo sie 1897 im Alter von 39 Jahren starb.

Die Orgel mit 20 Registern wurde 1998 von den Orgelbauern Reinhard Frenger und Roland Eder errichtet. Sie kostete mit 300.000 Mark genau so viel wie 45 Jahre vorher die ganze Kirche. Die Pfeifen im Prospekt an der Emporenbrüstung werden mit dem 2.Manual gespielt. ..mehr zur Orgel....

Die Orgel von 1998 ersetzte ihre Vorgängerin aus dem Jahr 1953 mit zwei Manualen und 21 Registern, die vom Orgelbauer Rieger aus dem österreichischen Schwarzach erstellt worden war. Aus dieser 1998 abgebauten Orgel hat Organist Klaus Schnädelbach in aufwändiger Kleinarbeit eine transportable Orgel (Orgelpositiv) gebastelt. Sie besitzt 500 Orgelpfeifen und ist ein alltagstaugliches Instrument.

Lieber Besucher, Sie können sich Bilder aus der Friedenskirche in Dachau auch
als kleinen Diavortrag anschauen (nur bei eingeschalteter Script-Funktion). Klicken Sie hier....

Hans Schertl

Quellen:
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Dachauer Neueste v. 15./16.Okt.1983 (Einweihung) u. vom 6.10.2010 (Renovierung)
Festschrift 40 Jahre Friedenskirche, 1993
Dachauer Nachrichtenv. 14.10.1993 u.v.1.7.1999
Die Orgel der Friedenskirche Dachau, 1998
Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann
Dachauer SZ vom 25./26.10.2003
13 Bilder:  Hans Schertl (2001)

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

96.10.2010.9.2002

 

Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde in Dachau.
Aus der Filialkirchengemeinde erwuchs die Friedenskirche
Zum 100 jährigen Bestehen der evangelischen Kirchengemeinde

Nach dem Erlass des bayerischen Toleranzedikts durch König Max I. im Jahr 1803 konnten sich die evangelischen Christen in Bayern kirchlich organisieren. 1885 lebten in Dachau 60 ev.Gemeindemitglieder, die zum ev.luth. Pfarramt in München, später zum Pfarramt Kemmoden gehörten. In der Zeit der Blüte der Dachauer Künstlerkolonie nahm die Zahl der Evangelischen im Dachauer Landkreis langsam zu.

1892 stellte der Dachauer Magistrat den Rathaussaal für evangelische Gottesdienste (mit 8-tägiger Voranmeldung) zur Verfügung. Doch dort waren aber lediglich zwölf Gottesdienste im Jahr möglich.
1896 baute der spätere Vorstand der Kirchengemeinde, Mathias Rollbühler, ein Wohnhaus mit Betsaal in der heutigen Frühlingstraße 8. Dieses Haus konnte der Protestantische Verein e.V. im Jahr 1901 um 20.000 Mark von der Witwe erwerben.

Am 30. August 1897 informierte das Bezirksamt den Magistrat schriftlich über die geplante Auspfändung der Protestanten Dachaus und Umgebung von Kemmoden in eine eigene Filialkirchengemeinde Dachau. Mit Ministerialbeschluss des Landeskirchenamts vom 3. Mai 1899 wurde eine protestantische Filialkirchengemeinde Dachau gegründet, die fast den ganzen Landkreis umfasste. Bei der Wahl des Kirchenvorstands Rollbühler und der drei Kirchenverwaltungsmitglieder waren lediglich 48 Personen wahlberechtigt, denn nur verheiratete Männer durften an die Urnen. Seelsorgerisch betreut wurde die Filiale von einem Reiseprediger.

1927 konnte man in Dachau einen Hilfsgeistlichen einstellen; Vikar Ratz war der erste Seelsorger, der in der Pfarrwohnung über dem Betsaal in der Frühlingstraße wohnte.
Im Dachreiter, dem kleinen aufgesetzten Türmchen, hing die Gebetsglocke. Das Glockenseil führte durch alle Stockwerke hindurch bis zum Bett des Mesners, der -so die Überlieferung- ohne aufzustehen -im Bette liegend- die Glocken läuten konnte.

1941 wurde die Dachauer Gemeinde selbstständig und bekam mit Hermann Endres einen eigenen Pfarrer. Der war schon seit 1936 (aber von München aus) als Vikar für Dachau zuständig. 1941 war er nun als Pfarrer hier tätig. Doch schon ein Jahr später wurde Endres zur Wehrmacht eingezogen und an die Ostfront geschickt. Er kam erst 1945 zurück. Während der Zeit der Abwesenheit oblag seiner Frau Elisabeth die Sorge für die Gemeinde. Sie übernahm auch die Aufgabe der "stillen Vermittlerin" zwischen der bayerischen Landeskirche und den Häftlingen im Konzentrationslager (Lebensmittelhilfe).

Nach dem Krieg konnte der Betsaal in der Frühlingstraße mit seinen 120 Sitzplätzen die durch die Flüchtlinge schlagartig auf über 6000 Gläubige gewachsene Gemeinde nicht mehr fassen. Allein im Stadtgebiet Dachau lebten rd. 3000 Evangelische, das waren 17 % der Bevölkerung. Pfarrer Albrecht Köberlin, der von 1946 bis 1975 in Dachau wirkte, musste drei bis fünf Gottesdienste pro Sonntag halten.

Am 7.Dezember 1952 wurde der Grundstein für die Friedenskirche gelegt. Dabei wurde zum erstenmal der Name der Kirche bekanntgegeben. Zu dem feierlichen Akt waren der Kreisdekan Münchens, Oberkirchenrat Schabert, Dekan Heckel und eine Anzahl evangelischer Pfarrer sowie Vertreter des Landkreises und der Stadt gekommen. Unter Posaunenklängen und einem Lied wurde die Urkundenkassette in den unteren Teil des Turmes eingemauert. Beim anschließenden Gemeindenachmittag erzählte der Kulturreferent der Stadt Burkhard, dass sich der Kirchbauplatz auf der früheren Richtstätte Dachaus befinde. Der letzte Mörder, der vor 120 Jahren hier sein Leben lassen musste, soll jedoch als reueerfüllter Sünder gestorben sein.

Zur Einweihung am 25.Oktober 1953 wurde die Friedenskirche mit Blumen und Girlanden geschmückt; dies soll der Grund dafür gewesen sein, dass der Architekt der Einweihung fernblieb. Am Festtag versammelten sich Gäste und Gläubige zunächst im Betsaal an der Frühlingsstraße und feierten dort den letzten Gottesdienst. Dann führte der Festzug zur neuen Kirche: voran die Schuljugend, dann etwa sechszig evangelische Pfarrer im Talar. Den Vertretern der Landeskirche schloss sich die katholische Geistlichkeit an, darunter Pater Roth in seinem Ordenskleid der Dominikaner. An der neuen Kirche angekommen, wurden die Schüssel übergeben und der Gemeindepfarrer schloss die Türe auf.

Von 1976-1979 war unter Pfarrer Hofmann eine schwierige Phase innerer Konflikte zu überstehen, die erst sein Nachfolger Pfarrer Plesch überwinden konnte.

1985 übernahm Pfarrer Martin Stählin, 2001 Pfarrer Thomas Körner die Gemeinde.

Im Jahr 2003 hatte die Kirchengemeinde rd. 7200 Mitglieder, von denen 5000 in Dachau selbst wohnen. Schwerpunkt der Gemeindearbeit sind die jungen Familien. Sieben Eltern-Kindgruppen, ein Minikindergarten, ein Kinderparksichs Jugendgruppen und vier Kindergruppen und Veranstaltungen für Senioren stehen im Angebot. Das nächste große Projekt ist ein Jugendhaus.

----------------------
Quellen:
Dr.Gerhard Hanke, Die Anfänge der evang.Kirchengemeinde in Dachau, Amperland 1988/4
Gerhild Düring in DACHAUER NACHRICHTEN, 1.7.1999
Dachauer SZ vom 22.10.2003
Dachauer Nachrichten vom 22.10.2003
Eleonore Philipp, Endres Hermann-evangelischer Pfarrer in Dachau 1936-1946, 2005
 


Die Orgel der Friedenskirche
Die Orgelbauer zu ihrem Werk
Reinhard Frenger und Roland Eder

Der interessierte Besucher einer Kirche richtet seinen ersten Blick auf den Altar, seinen zweiten auf die Orgel, die zum Altar ein entsprechend würdiges Gegenstück sein soll.

Die neue Orgel der Friedenskirche ist ein sehr farbiges Instrument, mit klaren zeitgemäßen Formen, maßgeschneidert für den Raum, sowohl klanglich als auch optisch. Die Gestaltung des neuen Instruments war für uns vom ersten Augenblick an deutlich. Was den Standort anbelangt, gab es unterschiedliche Meinungen, jedoch nach kurzer Zeit eine Übereinstimmung. Das Ergebnis kann sich, wie wir meinen, sehen lassen.

Die Prospektansicht, mit der wir eine künstlerisch wertvolle und dem Raum angepaßte Basis für ein gutes Instrument schufen, ist im klassischen Sinne angeordnet. Die Eigenständigkeit dieses zweimanualigen Werkes spiegelt sich in einer nicht alltäglichen Disposition wieder. Die Einsatzmöglichkeiten sind durch die schönen Begleitregister, die charakteristischen Einzelstimmen, den strahlenden Plenoklang und das kräftige Tutti mannigfaltig. Die Vielzahl der Pfeifenarten aus Metall und Holz in den unterschiedlichsten Größen von 15 mm bis 2,40 in haben alle nur ein Ziel: sie sollen in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit zusammenwirken und Harmonie erzeugen. Klang und Technik bilden bei der Orgel eine Einheit.

So legen wir größten Wert auf gediegene Verarbeitung, qualitätvolle Materialauswahl und Präzision im Detail wie im gesamten Konzept. Alle Hölzer, die in 22 dem Instrument zur Verwendung kommen, sind ausschließlich aus heimischem Bestand, langjährig gelagert und sorgfältig ausgesucht. Jede Orgel aus unserer Werkstatt ist ein Unikat, geprägt vom handwerklichen Geschick und der Liebe der Mitarbeiter zum Instrument. Dies ist nur möglich in einem Betrieb, in dem alle an einem Strang ziehen.

An dieser Stelle möchten wir uns bei denen bedanken, die dieses Instrument ermöglicht haben, insbesondere bei der evangelischen Gemeinde der Friedenskirche Dachau, bei Herrn Nägele, als dem verantwortlichen Orgelsachverständigen, und selbstverständlich auch bei unserer Belegschaft. Nur wenn die Gemeinde als Auftraggeber, Pfarrer, Kirchenmusiker, Spender, Architekten, Behörden und Orgelbauer in Einklang stehen, sind sie in der Lage, gemeinsam ein Kunstwerk zu schaffen. In der Friedenskirche ist dies gelungen.

Reinhard Frenger und Roland Eder

Technische Daten:
2 Manuale, 20 Register,
Pfeifenanzahl: 1037 (Länge von 2,20 m bis 13 mm)