zur Landkreiskarte
ausführl.Beschreibg Kirchen
i.d. Gem.Petershausen
![]()
Pfarrkirche St. Peter und Paul in ASBACH
|
Asbach liegt an der Glonn, zwischen Weichs
und Petershausen.
|
Innenausstattung
Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen
und kunsthistorischen Hinweisen
Geschichte
Asbach (Espengehölz) soll um das Jahr
1100 als "Pfarrdorf Asbach" erstmals erwähnt worden sein
(die Quelle ist mir aber nicht bekannt). Demnach hätte es schon um diese
Zeit eine Kirche besessen. Die heutige Kirche wurde bereits im 13.Jh errichtet
und in späteren Jahrhunderten sehr stark verändert. Noch aus der ersten
Bauphase sind die Wände des Langhauses und die unteren Teile des Turms
erhalten.
Beschreibung 1315
In der Konradinischen
Matrikel von 1315 wird die Pfarrei Asbach als "Glandorf"
(Glonndorf) bezeichnet, die zwei nicht näher bezeichnete Filialkirchen
hat und Teil des Dekanats Altomünster war ("Glandorf habet 2 filias").
Georg Westermayer vertritt in seiner Bistumsbeschreibung von 1884 zwar die Auffassung
dass mit Glandorf der Ort Glonn bei Indersdorf gemeint sei, weil Asbach zu jener
Zeit bereits dem Kloster Indersdorf überlassen gewesen sei. Dies dürfte
aber nicht zutreffen. Im Jahr 1315 war schon Glonn, noch nicht aber Asbach dem
Kloster incorporiert.
Denn erst vom 16.September 1464 bis zum Jahr 1751 gehörte Asbach
zum Kloster Indersdorf (Urkunden von Papst Paul II. und vom Freisinger Bischof
Johann IV.-1465) und wurde in dieser Zeit von den Patres des Klosters seelsorgerisch
betreut.
Inkorporation 1464
Unter Pfarrer Paulus Wimsen wurde am 16.9.1464 (Bestätigung durch Papst
Paul II.) die Pfarrei Asbach in das Stift Indersdorf inkorporiert und zwar in
der Weise, dass das Stift von der Pfarrei jährliche Abgaben beziehen und
nach Belieben einen Welt- oder Ordenspriester präsentieren (vorschlagen
und einsetzen) durfte. Indersdorf besetzte die Pfarrstelle auch teils mit Weltpriestern,
teils mit Konventsmitgliedern. Folgende Chorherren sind als Pfarrer von Asbach
überliefert:
| ab 1553: Michael Angermair |
ab 1645: Augustin Weißenprunner |
ab 1658: Paulinus Geyer |
|
ab 1673: Johann Bapt.Sturm (Grabstein in Asbach) |
ab 1691: Dominikus Vent (später Propst) | ab 1691: Ambrosius Schultes |
|
ab 1698: Dr.Augustin Michel |
Matrikel 1524 Die nächste Beschreibung der Kirche stammt aus der Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524. Auch darin wird auf die Inkorporation mit dem Kloster Indersdorf hingewiesen. Der Vikar aus Indersdorf für Asbach hieß damals Wolfgang Zott. Die Zahl der Filialen war auf eine, nämlich Glonnbercha zurückgegangen. Die Pfarrei hatte 100 Communicantes, d.h., Gläubige, älter als Erstkommunikanten. Asbach gehörte somit zu den kleineren Pfarreien. Die Matrikel endet mit dem Hinweis, dass das Pfarrhaus und die dazugehörenden Wirtschaftsgebäude seien baufällig und bedürften der Renovierung. Visitationsbericht 1560 Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. |
Am 29.Mai 1580, "am Dreifaltigkeitssonntage
wurde fast das ganze Dorf Aspach durch einen Blitzstrahl eingeäschert;
nur wenige Häuser blieben unverletzt" heißt es in einem Bericht
des Archivs des Bezirks Oberbayern.
Visitationsbericht 1584
Eine weitere Visitation wurde eine Generation später, im Jahr 1584 durchgeführt.
Der visitierte Pfarrer hieß Andreas Froschmair und war schon zwölf
Jahre hier. "Der Pfarrer predigt alle Sonntage, verkündet und hält
die Jahrtage" heißt es. Das Pfarrvolk sei gehorsam, "allein
die gewöhnlichen Opfertage besucht es nie". Die Pfarrei wird als klein
bezeichnet, sie sei nicht weitläufig, zähle aber rd. 420 Kommunikanten.
Die Steigerung von 100 auf 420 Gläubige innerhalb von 60 Jahren erscheint
kaum glaubhaft. Vielleicht ist es ein Schreibfehler. 120 anstelle von 420 wäre
zutreffender, vor allem, weil im Jahr 1738 genau 181 Gläubige vorhanden
waren. Vom Pfarrhof wird berichtet, er sei vor einiger Zeit abgebrannt und werde
derzeit wieder aufgebaut. Wenn Sie den ganzen Bericht lesen möchten, klicken
Sie hier...
|
|
Beschreibung 1738/40 Nach der Beschreibung der Pfarreien des Freisinger Bistums durch Kanonikus Josef Schmid um 1740 (sog. Schmidt'sche Matrikel) zählte Asbach - mit Piflitz und halb Glonnbercha: 181 Communikantes, also Gläubige, die zur Kommunion gehen durften (1884 waren es 226 Gläubige mit Kindern, 1938 -ohne Glonnbercha und Piflitz-:106, 1998:188 Gläubige). Sie wurden seit 1698, also seit 40 Jahren, vom Vikar Dr. August Michel, einem Professor aus dem Kloster Indersdorf, seelsorgerisch betreut. Die Pfarrkirche wird als klein, aber sehr schön beschrieben. Sie hatte auch damals drei Altäre: der Hochaltar war den Aposteln Petrus und Paulus, die Seitenaltäre der Dreieinigkeit und der hl.Margarete sowie den Heiligen Dionysos und Augustinus geweiht. Das Kirchweihfest fiel auf den Sonntag nach Mariä Himmelfahrt (15.Aug.). In der Kirche stand ein Taufstein. Im Turm hingen zwei Glocken. Um die Kirche lag der Friedhof mit Beinhaus. Glonnbercha (Glon-Percha) war auch damals die einzige Filialkirche. Das Pfarrhaus bestehe teils aus Holz und offenbare erhebliche Baumängel, schreibt Schmidt. Die Einkünfte verwalte das Kloster Indersdorf. |
Renovierungen
Umfassende Reparaturmaßnahmen wurden auch 1850/51 notwendig, die von dem
Dachauer Maurermeister Jakob Hergl und ortsansässigen Maurer- und Zimmerleuten
ausgeführt wurden. Weitere Restaurierungen werden aus den Jahren 1876,
1934,1941 und 1975-1977 berichtet.
Über den Restaurierungsabschluss von 1934 können Sie einen Bericht
lesen,wenn Sie hier klicken. .
Seit 1. Juli 1994 ist die Pfarrei Asbach Bestandteil
des neu gegründeten Pfarrverbandes Petershausen.
Bis 1960 hatte sie noch einen eigenen Pfarrer.
Berichte
aus dem Pfarrleben
Die Dachauer
Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben von
Asbach berichtet. Diese meist in blumiger Sprache geschriebenen Berichte befassen
sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden
Eindruck aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Einweihungen,
Priesterjubiläen, Renovierungen und von Beschädigungen der Kirchenmauer.
Wenn Sie Interesse an den Berichten haben, klicken Sie hier.
.
Die spätromanische Pfarrkirche
St. Peter und Paul liegt etwas erhöht in der Dorfmitte im ummauerten Friedhof.
Sie ist mit ihrem stämmigen, ungewöhnlich reich gegliederten Ostturm
im Wesentlichen ein Bau aus dem 13. Jahrhundert. Ursprünglich romanisch
sind aber nur noch das etwa 70 Zentimeter starke Ziegelmauerwerk des einschiffigen
Langhauses und die beiden unteren Geschosse des quadratischen Turmes, in dessen
Unterbau sich der Altarraum befindet (Chorturmkirche).
Turm
Der mächtige achteckige Aufbau des Turms mit seiner lebhaften architektonischen
Gliederung und der großen Zwiebelhaube kamen in der Barockzeit hinzu.
Er ist im unteren Bereich (bis zur Höhe des Dachfirsts der Kirche) quadratisch.
Darüber sitzt ein etwas eingezogener, ebenfalls quadratischer Teil. Dann
beginnt der achteckige Teil, der von einer Zwiebelhaube mit Schindelbedeckung
und einem Kreuz bekrönt wird.
|
|
Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
|
An der Außenseite des Turms befinden sich drei Nischen mit den geschnitzten Figuren der Kirchenpatrone Petrus und Paulus und der thronenden Muttergottes. Die Marienfigur entspricht dem Typus jenes im Dachauer Land mehrfach (z.B. Bründlkirche in Haimhausen) als Kopie verehrten Gnadenbildes im Kloster Ettal (um 1330), das dem italienischen Meister Giovanni Pisano zugeschrieben wird. |
![]() |
Noch romanischen Ursprungs ist auch ein schöner, sich über die ganze Länge der Südwand ziehender Rundbogenfries. Einen vertiefter Bogenfries, in beiden Geschossen durch Ecklisenen gefasst, findet sich auch an der Süd- und Ostseite des massigen Turmunterbaues. Das ehemalige Südportal ist heute vermauert, dort befindet sich jetzt das Kriegerdenkmal. West- und Nordfassade blieben -wie bei so vielen anderen Kirchen- vernachlässigt.
Während des Zweiten Weltkrieges mussten zwei der drei, Glocken von Asbach zum Einschmelzen abgeliefert werden. Nach dem Krieg sollte das Geläute der Pfarrkirche wieder komplettiert werden, wozu das Kirchenvermögen und die Spenden der Pfarrgemeinde allein nicht ausreichten. Daraufhin stiftete das Schreiner-Ehepaar Michael und Maria Christoph aus Asbach 1948 eine der Muttergottes geweihte Glocke, die neben dem Stifterdatum ein Madonnen- und ein Sankt Michaels-Bildnis trägt. Wegen der Umstellung von Reichsmark auf D-Mark verlangte die Glockengießerei Czudnochowsky in Erding als Gegenleistung die Herstellung von zwei kompletten Schlafzimmern, zwei Küchenschränken, zwei Tischen und vier Hockern.
|
An der Südseite der Außenwand
befindet sich ein großes Kriegerdenkmal
für die gefallenen Soldaten der Pfarrei in den beiden Weltkriegen.
Das Relief stellt zwischen Pilastern Christus und einen gefallenen Soldaten
dar. Im Rundgiebel Fahnen und Helme. An dieser Stelle befand sich früher
das Eingangsportal. Die Kirche wird nun von Westen vom später angebauten
Vorhaus aus betreten. |
||
Innenausstattung
Der Chor, der durch den quadratischen unteren Teil des Turmes gebildet wird (Chorturmkirche), ist stark eingezogen und besitzt ein spätgotisches Kreuzgratgewölbe. Er ist mit reichem, spätbarocken Stuck mit Akanthusranken, Fruchtschnüren, Rosen und Engelsköpfen im Stil von Nikolaus Lichtenfurtner, Freising um 1715 geziert.| Auffallend sind die Tragengel (Hermen) an Stelle von Gewölbekonsolen. Auch die Emporenbrüstung ist mit Engelsköpfchen geschmückt. | Das wahrscheinlich von Josef Albrecht im Jahr 1911 (andere Quelle: unbekannter Maler aus 18.Jh) gemalte Deckenfresko stellt die Heiligen Aloisius und Notburga dar. |
| Die in Bayern ungemein beliebte
Notburga war eine Bauersmagd aus Tirol, die der Aufforderung des
Bauern, auch nach dem Gebetläuten noch auf dem Feld zu arbeiten, nicht
nachkam und die Sichel in die Luft hängte. Sie ist eine der wenigen
Heiligen, die aus ganz einfachen Verhältnissen kam und kein geistliches
Amt innehatte. Aloisius, Erbprinz derer von Gonzaga, gelobte schon im Alter von zwölf Jahren ewige Keuschheit, trat 1585 gegen den Willen des Vaters in den Jesuitenorden ein. Dort widmete er sich theologischen Studien und der Krankenpflege. In zahlreichen Briefen betrieb er auch Seelsorge an Jugendlichen. Aloisius starb während einer Pestepidemie, nachdem er sich bei der Pflege von Kranken die tödliche Ansteckung holte. Die Volksfrömmigkeit verzeichnete das Bild dieses Heiligen zu einem keuschen Unschuldsengel, der sich nicht einmal getraut habe, seine Mutter anzuschauen und Frauen nur mit niedergeschlagenen Augen begegnet sei. Dies war nicht der Fall. |
| Der viersäulige Hochaltar mit seitlichen Durchgängen, in lebhaftem Spätrokoko, mit verkröpftem Gebälk und Auszug wurde um 1775 errichtet. Der Vorgängeraltar soll nach München abgegeben worden sein). Das Antependium ist mit einem Kreuz verziert. Das Altarblatt stellt Christus mit einem Kreuz auf Wolken dar, seitlich daneben kniet Maria und ein wenig niedriger davon der hl. Antonius (andere Quelle: Franziskus). Beide legen für die unten angedeuteten flehenden Gläubigen Fürsprache ein, wie es die oben befindliche Kartuscheninschrift andeutet: "Parce, Domine, populo tuo'' (Schone, o Herr, dein Volk). Das Gemälde stammt von Philipp Huber aus München und wurde schon 1686 gemalt (sign). |
| Als Assistenzfiguren stehen auf den seitlichen Durchgängen mit den roten Vorhängen die Kirchenpatrone, die Heiligen Petrus (mit Buch und Schlüssel) und Paulus (mit Buch und Schwert) aus dem 18.Jh. Der sog.Himmelsschlüssel, den der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, hat den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen. Die St.Petrus-Figur in Asbach hat -wie in den meisten Darstellungen dieses Heiligen seit dem 4.Jahrhundert - einen runden Kopf, einen grauen, krausen Haarkranz und einen Bart. |
| Im runden Auszugsgemälde sind zwischen seitlichen Blütenvasen Gottvater auf Wolken mit der blauen Erdkugel und die Heiliggeisttaube dargestellt (um 1700). Dazwischen drei Putten. | Zusammen mit dem Altargemälde, in dem Christus mit dem Kreuz gezeigt wird, ergibt sich so in der Vertikalen eine Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit. |
| Hinweise:
Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten
Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte
nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell,
die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert,
als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem
Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht
mehr gerecht. Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach). |
Der hohe Drehtabernakel
aus dem 19.Jh. ist an der Vorderseite vergoldet, an den Seiten marmoriert (=
Holz mit Marmormaserung bemalt). Die Vorderseite ist mit einem Kelchrelief geschmückt.
Auf dem Tabernakel stehen Leuchterengel in Gold- und Silberfassung und dazwischen
ein Christuskind mit Weltkugel aus Gips (20.Jh).
| Hinweis: Leonhard (einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. Man nannte ihn auch den "bayerischen Herrgott". |
| Eine Besonderheit ist das hochbarocke Chorgestühl aus dem 19.Jh., in das eine Beichtvorrichtung eingebaut ist: Der Beichtvater setzte sich in den Chorstuhl, die beiden Flügel wurden zu einem Dreieck nach vorne um den Beichtvater geklappt (Bild rechts). |
| Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönchen wurde die Beichte im 10.Jh privatisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück. |
| Auch die reich verzierte, frühere Kommunionbank ist noch -in aufgeklapptem Zustand- in der Kirche zu sehen. Sie trennte früher unter dem Chorbogen den Altarraum und das Kirchenschiff. Sie hat nicht die sonst üblichen Docken, sondern ein schmiedeeisernes Gitter in Holzrahmen. |
An der Seitenwand ist das
Ewige Licht angebracht, mit einem reich verzierten vergoldeten Rokokosockel.
|
| der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verziehrungen versehen. |
Der Chorbogen
ist unten mit drei Rechteckfeldern mit abgeschrägten Ecken und mit Rosetten,
die mit Blütenranken gefüllt sind, verziert. An der Ostseite des Chorbogens,
der dem Altar zugewandten Seite, sind zwischen Ranken ein Cherub und zwei Putten
zu sehen, die eine Muschel halten. Die Signierung lautet: "Restauriert
1941. Wieder restauriert 1977".
| Der vasenförmige Taufstein aus der Mitte des 18.Jh ist aus hellem Marmor gefertigt. Er steht auf einem flachen Kalksteinfuß Auf dem gewölbten Kupferdeckel steht als Aufsatzskulptur die Schnitzfigur des hl. Johannes des Täufers (mit Kreuzstab und Spruchband). |
| Das Langhaus besitzt eine flache Decke über einer profilierten Hohlkehle mit vielen Stuckverzierungen mit Bandlwerk und Blütengirlanden. Besonders intensiv ist der Stuck um das sog.Heilig-Geist-Loch im Zentrum der Decke wo auch der große Kristallleuchter für die Beleuchtung des Kirchenschiffs angebracht ist. Das Loch ist mit einem Holzdeckel (mit dem Jesusmonogramm IHS) verschlossen und von mehreren Kränzen aus Akanthus- und Blatt-bzw. Blütenmotiven umgeben. Unter der Flachdecke verläuft ringsum ein profiliertes Gesims. |
| Hinweise: IHS ist das Namenssymbol Jesu. Es kann auf zwei Arten gedeutet werden: Es sind einerseits die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu (JHSOUS); andererseits werden diese Buchstaben auch als Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" das bedeutet: "Jesus, Erlöser der Menschen" verstanden. |
An den Rändern der Decke sind unter Stuckgirlanden
in kleinen Gemälden von Josef Albrecht, München 1917 (sign), die Heiligen
Elisabeth, Florian, Katharina und Franziskus dargestellt.
| Die hl. Elisabeth von Thüringen ist im Gewand der Zeit mit Rosen dargestellt. Elisabeth speiste gegen den Willen ihres Mannes die Armen vor den Toren der Wartburg. Als er sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze zu Rosen. | St. Florian wird in römischer Rüstung mit einem Wasserschaff dargestellt, das er über ein schönes barockes Haus, das dem Gebäude unterhalb der Kirche in Asbach gleicht, ausschüttet. Florian war um das Jahr 304 römischer Offizier. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen. In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben. | |||
| Franziskus v.Assisi ist im Ordenskleid mit den Wundmalen an den Händen dargestellt. Vom Himmel kommt ein Gnadenstrahl herab. Franziskus entsagte allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Kurz vor seinem Tod 1226 erhielt er die Wundmale (Stigmata) | Katharina in grünem wallendem Gewand, mit langen roten Haaren, hält einen Märtyrerpalmzweig und das Marterrad in den Händen. Die Königstochter aus Zypern, ist eine legendäre Gestalt. Sie soll im Jahr 306 wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht und gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet worden sein. Seit dem ausgehenden Mittelalter gehört sie zu den beliebtesten Heiligen und wurde deshalb im 15. Jh der Gruppe der 14 Nothelfer (Patronin der Theologen, Lehrer und Frisöre; Helferin bei Migräne) zugerechnet. | |||
Die beiden vergoldeten und marmorierten Seitenaltäre
stammen wie der Hochaltar aus dem Jahr 1775 und sind ebenfalls im Rokokostil
mit zwei Säulen und zwei Pilastern unter Gebälk mit Voluten konstruiert.
Säulen in der Kirche haben nicht nur statische Aufgaben. Sie sind auch Symbol
für den Zusammenhang von Oben und Unten, sie verbinden Himmel und Erde. Deshalb
ist die Säule vor allem an Altären eine beliebte Bauform.
| Das Altarblatt (Ölbild auf Leinwand) am nördlichen Seitenaltar zeigt die Dreifaltigkeit in der Glorie. Christus mit dem Kreuz, Gottvater mit dem Zepter, in dem ein Auge abgebildet ist und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube gruppieren sich um die von Engeln getragene Weltkugel. Ein Englein hält ein brennendes Her |
Im runden Auszugsgemälde ist die hl.
Barbara (mit Turm und Kelch) halbfigurig dargestellt. |
| Hinweis: Barbara ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Barbara ließ im Turm ein Bad bauen, aber nicht wie vom Vater angeordnet mit zwei, sondern mit drei Fenstern, als Zeichen der Dreieinigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Vor dem Tod bat Barbara Gott, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden. Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen. Der Kelch in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. |
| Mittelpunkt des südlichen Seitenaltars ist ein Altargemälde mit dem auf Wolken sitzenden Christus, der ein großes Kreuz in seinem rechten Arm hält; daneben Maria und der hl. Augusti-nus, der Jesus ein brennendes Herz (als Zeichen seiner Gottesliebe) entgegen hält. Ein Engel hält die Mitra des Bischofs. Das Bild stammt aus dem 18.Jh, wurde aber zwischenzeitlich stark übermalt. |
Hinweis: Die Kopfbedeckung des Bischofs, die Mitra, ist seit dem 11.Jh Kopfbedeckung und Würdezeichen der Bischöfe, Päpste, Kardinäle und Äbte. Zunächst war sie halbkugelige oder dreieckige Haube mit zwei hinten herabhängenden Zierbändern, den Infulae (lat. = Binde, altes röm. Symbol für Obrigkeit). Bald schon bekam sie hornförmige Ausbuchtungen, die zunächst seitlich abstanden, dann aber über Stirn und Nacken verschoben wurden. Sie nahmen dabei die Form eines Dreiecks an, wurden bald immer höher und schildförmiger. |
|||
|
Hinweis: Augustinus ist der bedeutendste der vier lateinischen Kirchenväter. Er wurde am 13.11.354 zu Tagaste in Numidien (Nordafrika) geboren. Auf allerlei Irrwegen gelangte er zum christlichen Glauben und wurde 387 vom hl. Ambrosius in Mailand getauft. 394 wurde er zum Bischof von Hippo bei Karthago geweiht . Durch seine zahlreichen Schriften entwickelte er sich zum geistigen Führer der abendländischen Kirche. Er starb am 28.8.430 während der Belagerung Hippos durch den Vandalenkönig Geiserich. Eine Stelle in seinem berühmtesten Buch "Confessiones/Bekenntnisse", in der seine feurige Gottesliebe zum Ausdruck kommt, verhalf ihm später zum Attribut eines flammenden Herzens. |
Im runden Auszugsgemälde der hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm und einer Lilie in der Hand. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann.
| Der grau-rot marmorierte Kanzelkorb ist an der Vorderseite etwas vorgebaucht. Er wird durch Rocaille-Ornamente und durch eine unten angebrachte Weintraube geschmückt. | Der Schalldeckel
ist besonders prächtig in Form eines Baldachins gestaltet. An der Unterseite
eine Heilig-Geist-Taube. Gekrönt wird er durch eine Darstellung
|
|
Die Predigt
wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo
aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich
im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist.
Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren
Worten größere Wirkung verleihen sollte.Spätestens
seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. |
![]() Vergrößerung von 13 Details ( ) per Mouseklick |
Kanzelkreuz und Mater Dolorosa
|
| Hinweis: Die Volksmission geht auf das Konzil von Trient (1545-1563) zurück und war Teil der kath. Gegenreformation. Sie wurde in regelmäßigem zeitlichen Abstand in allen Pfarreien abgehalten. Das kirchliche Gesetzbuch von 1917 schrieb z.B. vor, dass wenigstens alle zehn Jahre eine Volksmission durchgeführt werden solle. Durch die Volksmission sollten die Gläubigen in den katholischen Gemeinden in einer Art Crashkurs von zehn bis fünfzehn Tagen wieder intensiver an die Sakramente, die Glaubenslehren und die Moral herangeführt werden. Dies geschah in der Regel durch speziell geschulte Ordensleute mit besonderen rhetorischen Begabungen. Sie hielten Predigten, luden zur Beichte ein, feierten Messen und hielten zahlreiche Vorträge. Mitunter wurden die Kanzeln in dieser Zeit sehr beansprucht, da öfter einmal harte Schläge auf die Holzeinfassung erfolgten. Im Vordergrund stand aber nicht die Förderung der christlichen Gemeinschaft, sondern das persönliche Verhältnis zu Gott nach dem Motto "Rette deine Seele". Heutzutage wird die Volksmission durch neuen Formen der Schulungs- und Missions- bzw. Evangelisationsarbeit ersetzt. |
| Im Jahre 1757 stiftete die verwitwete Müllerin Maria Lichtensternin die 44 x 30 cm großen Kreuzweg-Stationsbilder. Dieser Kreuzweg musste vom bischöflichen Ordinariat in Freising bewilligt werden. Es handelt sich um Ölbilder auf Leinwanduntergrund. Die Rahmen sind marmoriert. (Nach Auffassung von Georg Brenninger sind die heutigen Bilder eine Kopie der alten Bilder von 1757). |
| Hinweis: Erst zur Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten die Kreuzwegstationsbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Zunächst waren es sieben Stationen (wie z.B. an der Wolfgangskirche in Pipinsried) mit den Themen (1-Ölberg, 2-Geißelung, 3-Dornenkrönung, 4-Ecce Homo, 5-Kreuzweg, 6-Kreuzigung, 7-Kreuzerhöhung), die thematisch die ganze Leidensgeschichte umfassten. Nach und nach wurde die Zahl der Stationen auf vierzehn erweitert und thematisch auf die Ereignisse zwischen Verurteilung und Grablegung eingeengt. Von diesen vierzehn Stationen haben acht eine direkte Grundlage in den Evangelien. Die übrigen (das dreimalige Fallen Jesu unter dem Kreuz, die Begegnung mit Maria, das Schweißtuch der Veronika, der Leichnam Jesu im Schoß seiner Mutter) entstammen der Volksfrömmigkeit oder sind legendenhaften Ursprungs. Dennoch sind sie häufig Gegenstand künstlerischer Darstellungen. |
| An den Seitenwänden sind auch die Apostelleuchter aus Messing befestigt, mit gemalten Apostelkreuzen als Hintergrundbildern. Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlische Jerusalems. |
|
Die Kirchenbänke
(acht und neun Reihen) haben glatte barocke Wangen und stammen aus dem
18.Jh. In ihnen sind noch 55 Namensschilder
z.Teil aus der Zeit um 1900 zu sehen, die früher jeder Familie den
selben Platz in der Kirche sicherten. Diese
festen Plätze in der Kirchenbank waren in
der Regel an den Hof gebunden; der Käufer eines Anwesens erwarb auch
den mit dem Anwesen verbundenen Kirchenstuhl.
|
|
Solche Namensschilder sind auch noch in den Kirchen von Ainhofen, Odelzhausen, Altomünster, Dachau, Eglersried, Ebertshausen, Einsbach-Hl.Blut, Langenpettenbach und Puchschlagen erhalten Aus dem Hof Scherdy stammte der Geistliche Josef Kreitmeier, der am 29.Juni 1881 in Asbach seine Primiz feierte. |
| An den hintersten Bänken
sind die beiden Opferstöcke
montiert. In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier. |
Auf Sockeln stehen die Skulpturen des hl. Antonius mit Jesuskind im hochbarocken Stil um das Ende des 17. Jh.(andere Quelle: Mitte des 18.Jh) sowie des hl. Johannes Nepomuk (im priesterlichen Chorrock unter dem Rochett mit Kruzifix in der Hand und einem Kranz von 5 Sternen über dem Haupt) aus der Zeit um die Mitte des 18. Jh. der mit der rechten Hand auf seinen Mund deutet.
| Hinweis: Johannes
aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des
Erzbischofs in Prag und machte sich beim König wegen seines energischen
Auftretens für die Rechte der Kirche beim König Wenzel unbeliebt.
Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn
selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich
in der Moldau ertränken. Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei
gewesen, dass Johannes, der Beichtvater der Königin war, dem König keine
Auskunft über die Sünden seiner Frau gab. Der Fundort der Leiche wurde durch
eine Erscheinung von 5 Sternen geoffenbart. Sein Denkmal auf der
Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten
Brückenheiligen. Hinweis: Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die damaligen Häretiker (Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte. |
|
Im Rahmen der Renovierungsarbeiten von
1941 erhielt die Pfarrkirche am 28. Februar 1942 eine neue Herz-Jesu-
und eine Jesuskindstatue, die der Bildhauer Schratt in München
anfertigte. |
| Petrus verleugnet Jesus (Im Hintergrund eine Kirche, oben Gottvater) | Pauli Bekehrung, 1941 gestiftet von "A. S. Asbach" (Paulus in Rüstung stürzt vor Damaskus vom Pferd) | ||
| Petri Schlüsselübergabe (Jesus übergibt dem gutgewandeten Petrus vor dem Hintergrund einer Kirche einen großen Schlüssel. | Pauli Enthauptung (Bei der legendären Enthauptung des Paulus sollen drei Quellen aus seinem Blut entstanden sein; an dieser Stelle wurde später die Kirche S. Paolo alle Tre Fontane errichtet. | ||
| Petris Fischfang (Petrus zieht ein Netz mit Fischen an Land) | Paulus tut Wunder (In Paphos ließ er den Zauberer Elymas erblinden, heilte in Lystra einen Lahmen und erweckte in Troas einen Knaben, der während seiner Predigt eingeschlafen (!) und tödlich vom Fenstersims gestürzt war, wieder zum Leben). | ||
| Petri
Kreuzigung. (Petrus wurde auf eigenen Wunsch im Zirkus des Nero umgekehrt ans Kreuz geschlagen, da er sich nicht für würdig hielt, den selben Tod wie Jesus Christus zu sterben). |
Paulus predigt. |
Die Empore
besitzt eine Brüstung mit drei Feldern, dazwischen und außen Cherubim,
Glöckchengehänge und Rosetten in Stuck. Die seitlichen Felder sind
mit Goldbrokat bemalt; im mittleren Feld ein Fresko, das musizierende Engel
mit der Gottesmutter Maria und einem Schriftband "Ave Maria" zeigt.
Das Gemälde ist mit "Jos.Albrecht 19. " signiert. An der Innenseite
der Emporenbrüstung sind viele Buchstaben und 10 Namensschilder aus Blech
zu sehen. Auch
an der Unterseite der Empore befinden sich Stuckfelder.
Um 1941 ergänzte Josef Albrecht aus München,
der 30 Jahre vorher auch die Deckengemälde geschaffen hatte, an der Emporenbrüstung
musizierende Engel. Albrecht
war auch in Gundackersdorf (Deckengemälde), Ainhofen (Votivbild der Gemeinde
Langenpettenbach) und in Weichs (Kreuzwegbilder) künstlerisch tätig.
|
|
Die 1981 renovierte Orgel mit 6 Registern wurde knapp 100 Jahre vorher -im Jahre 1888- vom Münchner Orgelbauer Ludwig Frosch angekauft Die Frontansicht zeigt einen fünfteiligen, marmorierten neugotischen Flachfelderprospekt mit geschnitztem Zweigmotiv. Der Spieltisch mit 1 Manual liegt an der Brüstung. Die Vorgänger-Orgel, ein vierregistriges Positiv, stammte aus der Zeit um 1740 und war 1803 vom säkularisierten Kloster Indersdorf erworben worden. |
| Im westlich gelegenen Vorhaus befindet sich ein barocker Ölberg, vor dem ein betender Christus sowie der Ölbergengel knien, eine vielerorts noch beliebte Darstellung aus der Gründonnerstagsliturgie. Eine gleiche Gruppe ist übrigens auch auf der Empore der Kollbacher Pfarrkirche zu sehen. |
| Mehrere Grabsteine erinnern an frühere Geistlichen. An der Nordseite des Langhauses ist der Grabstein aus rotem Marmor für Johann Baptist Sturm in die Mauer eingelassen; er starb am 1. Juni 1691 im Alter von 48 Jahren. |
| Zwischen Asbach und Kollbach wurde im Rahmen der Flurbereinigung in den Jahren 1990 bis 1994 ein Aussichtspunkt mit Brotzeitplatz angelegt. Er hat -von oben betrachtet- die Form eines Drachens und soll damit die unzähmbare Natur symbolisieren. Am Kopf dieses Drachens steht ein sog.Lochstein. Der Besucher kann theoretisch durch die beschrifteten Gucklöcher neun Kirchtürme der Umgebung anvisieren. In der Praxis wird diese Zahl aber |
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin
v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Amperbote vom 11.07.1922 (Primiz), vom 20.03.1931 (Verabschiedung)
u. vom 20.07.1934 (Renovierung)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Josef Bogner, 1200 Jahre Fürholzen,
Amperland 1974 (Namensschilder)
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/4
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Gottfried Weber, Die Romanik in Oberbayern, 1990
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Dr. Georg Brenninger in Chronik der Gemeinde Petershausen, Band 2, Geschichte
und Kultur, 2000
Dachauer SZ / Dachauer Neueste vom 5./6.April 1997, vom ?.?.2001 und vom 29.8.2006
Dachauer Nachrichten vom 27.8.2001
Josef Liebler, Mesner, 2002
Hans Kornprobst, Die in Indersdorf inkorporierten Kirchen, Amperland 2004/2
Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung,
v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
Sabine Remiger,Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
59Bilder:
Hans Schertl (2002)
|
|
14.5.2010
Bericht
über die Pfarrvisitation in Asbach
im Jahr 1584/85
durch einen Beamten des herzoglichen Rentmeisters
Andreas
Froschmair, zwölf Jahr Pfarrer in Aspach, Anno 1573 ist er zum Priester
geweiht worden, zu Freising ordiniert.
Der Dekan amtiert zu Hirtlbach und ist zum Dekanat tauglich. Die Priester kommen
im Generalkapitel zusammen. Um ihrer Verbrechen wegen straft der Dekan sie mit
Worten.
Am Samstag ist (in Aspach) weder eine Vesper noch ein Salve. Die Pfarrei zählt
bei 420 Kommunikanten. Der Pfarrer predigt alle Sonntage, verkündet und
hält die Jahrtage.
Er hat eine kleine Pfarrei, sie ist nicht weitläufig. Durch eine
Feuersbrunst ist er einmal ins Verderben gekommen. Zur Pfarrei gehört die
Filiale Glonbach. Der Pfarrhof ist ziemlich bei Bau. Nach Freising hat der Pfarrer
14 Scheffel Getreide als Absent (Abstandsgebühr) zu geben. Er hat ein gehorsames
Pfarrvolk, allein die gewöhnlichen Opfertage besucht es nie.
Der Pfarrer hat seine Konkubine noch bei sich mit den gemeinsamen fünf
Kindern. Das jüngste ist fünf Viertel Jahre alt. Er, der Pfarrer,
kann die Köchin nicht auszahlen (abfinden). Der Amtmann Schrankh aus Indersdorf
hat erst vor vier Tagen die Köchin gesucht, sie aber nicht gefunden. Sie
hält sich in einem besonderen Hause auf. Wollte Gott, dass der Pfarrer
es vermöge, dass sie von ihm wegziehen könne!
Dem Schergen hat der Pfarrer von Zeit zu Zeit ein Schütt Stroh oder sechs
gegeben, nicht aber wegen der Köchin.
Der Scherge kennt die Köchin nicht. Sie hat ein heimliches Behältnis
(Versteck), worin sie sich verbirgt.
| Hinweis: Berichte über das mangelnde Einhalten des Zölibats in früheren Jahrhunderten werden heute teils schockiert, teils belustigt zur Kenntnis genommen. Doch man sollte für die damalige Zeit nicht die heutigen Maßstäbe anlegen. Zwar wurde das Zölibat 1139 für die gesamte kath.Kirche erlassen, doch bis zum 30jährigen Krieg war es jedenfalls bei uns üblich, dass die Pfarrer mit einer Frau zusammenlebten und Kinder hatten. Dies wurde vom Volk anerkannt und vom Bischof (der selbst Konkubinen hatte) toleriert. Erst durch die Reformation, die den evang.Priestern das Heiraten erlaubte, änderte sich die Einstellung. Aber nicht die Bischöfe, sondern die bayerischen Herzöge setzten sich für die Einhaltung des Zölibats ein und sorgten sich um die Erhaltung des rechten Glaubens. Nach dem 1583 vom Papst erlassenen Mandat "Contra Clericos Concubinarios", waren die Landesherren befugt, nach den "Beischläferinnen" der Pfarrer zu fahnden und sie aus den Pfarrhäusern zu vertreiben. Die Visitation 1584 war u.a. eine solche Fahndung. Oftmals zogen die Frauen mit den Kindern für die Zeit der Visitation zu Verwandten. |
Quelle:
Josef Brückl, Zur Durchführung des Zölibats, Amperland 1974/2