Pfarrkirche St. Nikolaus in ARNBACH
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Kurzbeschreibung Die Pfarrkirche St. Nikolaus steht auf einer ummauerten Anhöhe inmitten des Friedhofs.Die erste Kirche in Arnbach wurde schon im Jahr 851 urkundlich erwähnt. In der Konradinischen Matrikel (1315) wird Arnbach (mit Filialkirche in Weyhern) als selbstständige Pfarrei aufge-führt. Seit 1970 gehört sie zum Pfarrverband Erdweg.
Seit 1970 bildet die Pfarrei Arnbach mit den Pfarreien Walkertshofen, Welshofen, Kleinberghofen, Hirtlbach und Großberghofen den Pfarrverband Erdweg. |
Die
Kirche ist ein Saalbau
mit einem von Strebepfeilern gestützten
Altarraum. Der 28 m hohe Turm Satteldach ist an der Nordseite der
Kirche zwischen Chor und Langhaus angebaut. In ihm
hängen drei Glocken; darunter eine Glocke, die 1551 gegossen wurde.
An den Außenwänden und im Altarraum mehrere Grabplatten aus den Jahren 1443,
1485, 1604 sowie weitere Steine bis 1780.
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Innenausstattung Der Altarraum ist innen mit einem allerdings barockisierten und mit
Stuck und einigen Gemälden reich verzierten Kreuzgewölbe
überdeckt. Der 1740
errichtete barocke Hochaltar ist umrahmt von vergoldeten Säulen.
Auf ihnen ruht der Altaraufsatz mit einer Statue des hl. Nikolaus. Mittelpunkt
des Altars ist aber das große, von Balthasar Kraft geschaffene Altargemälde,
das die Huldigung der Heiligen Drei-Könige an Jesus darstellt. Eine Besonderheit der Kirche sind die Reliefs in der Predella der Seitenaltäre. Sie gehören zu den ältesten Teilen der Einrichtung (15.Jh) und stellen die Beweinung Christi nach der Abnahme vom Kreuz und den Tod Mariens dar. In der Kirche stehen relativ wenige Heiligenfiguren. Neben Maria sind St.Leonhard ,d Patron für das Vieh(mit Ketten), St.Josef, der |
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Patron für Handwerker und für einen
guten Tod(mit Aaronstab) und Bruder Konrad, Patron in allen Nöten(mit Kruzifix)
zu finden.
Die Kirche war mehrere Jahrhunderte lang die Hofmarkskirche der Herren aus dem
Geschlecht der Gepeckh, die in einer mächtigen Burg oberhalb der Kirche
residierten; daran erinnern vor allem die vielen Epitaphe im Innenraum
und an der Außenmauer der Kirche. Aber auch in dem von zumindest ab 1340
bis 1781 bestehenden turmartigen Schloss gab es eine der Muttergottes geweihte
Schlosskapelle ("Zu Unserer Lieben Frau").
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Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
Die Ortschaft Arnbach wurde erstmals im Jahr
851 als Arehpac in den Freisinger Traditionen (Sammlung von Schenkungsurkunden)
erwähnt. Der 7. Freisinger Bischof Erchanbert (835-854) tauschte mit dem
Laien Antarmar Grundbesitz. Der Bischof erhielt Liegenschaften in Affoltrapah
(Allfalterbach) und gab ihm gehörende in Arnbach ab.
Arehpac ist ein Bach, der in einem kastenähnlichen Gerinne verläuft,
wie dies zum Betreiben einer Mühle notwendig ist. Im Jahr 851 tauschte
der damalige Bischof von Freising Erchanbert Besitzungen in Arnbach.
Mittelalter
In der Tauschurkunde von 851 ist auch die erste Kirche in Arnbach erwähnt.
Nach Auffassung von Alois Angerpointner war sie schon keine Eigenkirche der
Edlen von Arnbach mehr, sondern gehörte zu den Kirchen des Bistums Freising
mit bischöflichem Besetzungsrecht. Sie dürfte aber bei den Ungarneinfällen
zwischen 907 und 955 oder beim Krieg 1143 zerstört worden sein. 1143 zog
Kaiser Konrad III gegen den Dachauer Grafen Konrad II. und verwüstete dabei
die gesamte Gegend zwischen Dachau und Freising.
Während die erste, vielleicht auch die zweite Kirche noch aus Holz gebaut waren, dürfte wohl spätestens im 13.Jh die erste Steinkirche errichtet worden sein. Jedenfalls sind Teile dieser romanischen Kirche in die Nachfolgekirchen übernommen worden und sind heute noch vorhanden.
Matrikel 1315
Die Pfarrei Arnbach wird
erstmals in der Konradinischen
Matrikel von 1315 als "Ernpach" mit einer Filialkirche
in "Weyern" schriftlich genannt. Auch in mehreren Urkunden der Jahre
1384 und 1388 wird Arnbach als Pfarrort erwähnt. Darin ist von Herrn Jörg,
Kirchher und von H.H. Gorig der Vrssinger Kyrchher zu Aernpach die Rede.
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Die jetzige Kirche St. Nikolaus wurde 1388 gebaut und wahrscheinlich am 6.12. dieses Jahres, dem Festtag des Patrons, geweiht.Übrigens hieß auch der Bischof, der die Kirche weihte, Nikolaus. Da der Freisinger Fürstbischof Berthold von Wehingen als Kanzler der österreichischen Herzöge fungierte, nahm Weihbischof Nikolaus die bischöflichen Aufgaben in der Diözese wahr. Einige Teile des Vorgängerbaues wurden übernommen. Dadurch ergab sich eine Achsverschiebung zwischen Altarraum und Langhaus, die am Chorbogen auch heute noch 42 cm beträgt. |
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Michael Wening hat im
Jahr 1717, kurz vor seinem Tod, auch das Schloss und die alte Kirche Arnbach
auf Kupfer gestochen. Der Kartograph (1645 -1718) war Hofkupferstecher in München. Sein Hauptwerk ist die vierbändige "Historico-topographica descriptio Bavariae", eine ausführliche Beschreibung Beschreibung des Kurfürsten- und Herzogtums Ober- und Niederbayern, mit rd. 750 Kupferstichen bayerischer Schlösser, Klöster und Kirchen. "In der Schloß Capell wird U.L.Frau als Schutzpatronin verehrt", schreibt Wening. Als Patron der Pfarrkirche hat Wening übrigens nicht Nikolaus von Myra, sondern Nikolaus von Tolentin genannt, einen Augustinermönch aus dem 13.Jh, der vor allem im 17. und 18.Jh verehrt worden war. |
Matrikel
1524
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 werden neben den Filialkirchen auch die Kirchenpatrone
genannt. Arnbach war schon damals S.Nicolai" geweiht. Die Filialkirche
in Weyern war eine Marienkirche ("B.Virginis in Weiern"), die zweite
Filialkirche im Weiler Edenholzhausen, die in dieser Matrikel erstmals genannt
wird, hatte St.Peter als Patron; sie besaß auch damals keinen Friedhof
("Ödenholzhausen sine sepultura"). Pfarrherr und damit Empfänger
der Einnahmen war Wolfgang Decker; die Seelsorgearbeit versah Vikar (= Vertreter)
Othmar Eschay gegen angemessene Entlohnung. Diese Arbeitsteilung war schon mehrere
Jahrhunderte alt und hatte früher wegen allzu niedriger Bezahlung der Vikare
zur bitteren Armut des einfachen Klerus geführt. Erst ein Beschluss der
bayerischen Provinzialsynode von 1418, die Vikare müssten ein anständiges
Einkommen erhalten, hat die Ungleichheit im Einkommen etwas abgemildert. Das
Besetzungsrecht für die Pfarrei Arnbach (=wer wird offizieller Pfarrer
und erhält die Einnahmen der Pfarrei) lag beim Freisinger Bischof.
Mehrfachbesetzungen (Pfründehäufungen) waren die Regel. Ein
Vikar durfte aber seit 1418 nur noch eine Pfarrei seelsorgerisch betreuen; auch
das war bis dahin wegen des Hungerlohns der Vikare möglich. Die Pfarrei
Arnbach hatte 1524 insgesamt 145 Communicantes, d.s. Gläubige nach der
Erstkommunion. Das Pfarrhaus und die Wirtschaftsgebäude waren in gutem
baulichem Zustand ("sunt bene aedificata").
| In seinem Privatleben wird
er als verantwortungsbewusst beschrieben, doch der einschränkend formulierte
Zusatz "allein, er hab ain köchin, kain kindt" läßt
ein Unbehagen über die an Lichtmess begonnene Zweisamkeit im Pfarrhaus
erkennen. Die 185 Pfarrangehörigen (Communicantes) erhalten ein Lob.
Sie spendeten in angemessenem Umfang ("halten sich mit Opfer wol"),
verhielten sich im Gottesdienst vorbildlich und beichten zweimal im Jahr
("Pfarrleut miessen 2mal peichten"). Verlangten nicht die Kommunion
unter beiderlei Gestalten. Das siebte Sakrament, die Krankensalbung, damals
letzte Ölung genannt, werde aber sehr selten in Anspruch genommen (weil
die Kranken fürchteten, nach dem Empfang sterben zu müssen). Das Pfarrhaus, das Mesnerhaus und die Pfarrkirche befänden sich in gutem baulichen Zustand, schreiben die Visitatoren, Gottesdienste würden zweimal in der Woche gefeiert. Wenn Sie an weiteren Details der Visitation interessiert sind, klicken Sie hier. . |
Altarweihe 1704
Der 19.Mai 1704 war ein großer Feiertag für die Pfarrgemeinde Arnbach.
An diesem Tag war der Fürstbischof Johann Franz von Eckher zu Gast. Er
weihte die drei Altäre in der Kirche und spendete 214 Kindern das Sakrament
der Firmung. Das Weihedatum bedeutet aber nicht zwingend, dass die Altäre
erst kurz vorher neu beschafft oder renoviert worden wären. Es ist vielmehr
anzunehmen, dass 60 Jahre vorher - im 30jährigen Krieg - die Altäre
von Soldaten entweiht und in den Jahren danach wieder hergestellt worden sind.
Doch ab 1652 saßen nacheinander zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen
(Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern) auf dem Freisinger
Bischofsthron, die mangels Bischofsweihe das geistliche Amt des Bischofs nicht
ausüben konnten; Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe.
Nach 40 Jahren kam 1695 mit Franz Eckher wieder ein echter Bischof an die Regierung,
für den nach so langer Zeit ohne Kirchenweihen und ohne Firmungen viel
zu tun war. Dieser kunstsinnige Bischof regierte sein Bistum von der Reisekutsche
aus; er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines
Bistums. In seiner Regierungszeit von 1695 bis 1727 hat er 174 Kirchen (darunter
Jarzt, Pellheim, Ebertshausen, Hirtlbach, Straßbach, Lauterbach, Westerholzhausen
und Kollbach), ca. 1.100 Altäre und 734 Priester (= 23 pro Jahr)
geweiht.
Neubau 1730
In der Zeit des Barock (im Jahr 1730) wurde die Kirche von Grund auf
umgebaut. Der Kirchenraum wurde um 8 Fuß (2,33 m) verlängert und
etwas erhöht, die bis dahin nur 1 1/2 Meter tiefe Empore erweitert, höhere
Fenster eingebaut, der Chorbogen vergrößert und ein neuer Dachstuhl
aufgesetzt. Die alte, weiter westlich gelegene Sakristei wurde abgerissen und
die heutige Sakristei neu gebaut. Durch die neue Lage konnte nun der Zugang
zur Kanzel nach außen in die Sakristei verlegt werden. Aus dieser Zeit
stammt größtenteils auch die Einrichtung. Lediglich die schon 1704 neu
errichteten Seitenaltäre, das Taufbecken und die Kanzel blieben erhalten.
Über die Baumaßnahmen (Planung, Auswahl der Firmen und Künstler)
entschied wohl Baron Geböckh selbst ohne den Pfarrer mit einzubeziehen.
Dies beklagt jedenfalls der damalige Pfarrer Johann Franz von Baumgarten in
einem Beschwerdebrief an den Freisinger Bischof. Als verantwortlicher Maurermeister
erscheint in den Kirchenrechnungen Johann Derffler aus Hirtlbach. Die Zimmererarbeiten
erledigte Jacob Renenauer aus Glonn. Die Einweihung der Kirche fand am 28.10.1731
statt.
Schmidt'sche
Matrikel 1738/40
Nur wenige Jahre nach dem Umbau,
in den Jahren 1738/40, besuchte der Kanonikus
Schmidt aus Freising die Pfarreien der Diözese und erstellte die nach ihm
benannte Schmidt'sche
Matrikel.
Über die Pfarrei "s.Nikolai in Arnbach" berichtete er: Das Präsentationsrecht
(Vorschlagsrecht für die Besetzung einer Pfarrerstelle) wechselt monatlich
zwischen dem bayerischen Hof und dem Bistum Freising. Der damalige Pfarrer heiße
Joannes Franz Baron von Paumgarthen; er sei 1731 eingesetzt worden.
| Das Pfarrhaus sei ein neuer und formschöner Bau, wenn auch noch nicht ganz fertiggestellt. Auch die Wirtschaftsgebäude zeigten keine Schäden. Die Zahl der Gläubigen (Communicantes) hatte sich in den letzten 200 Jahren trotz der Gräuel im 30jährigen Krieg auf von 145 auf 270 fast verdoppelt. Die Kirche besaß weiterhin die beiden Filialen in "Weyarn et in Edenholzhausen", zu denen noch die Kapelle im Schloss kam. Das Kirchengebäude selbst wird von Schmidt als frisch renoviert und bereits konsekriert beschrieben. Sie hatte -wie heute- drei Altäre. Der Hochaltar hatte St.Nikolaus zum Patron. In ihm befanden sich Reliquien der Heiligen Pankratius, Sebastian und Florian. Die Seitenaltäre waren der Muttergottes (Verlobung Mariens) und dem Kreuz Christi geweiht. Das Kirchweihfest fiel auf den Sonntag vor dem Fest der Apostel Simon und Judas (28.Okt). |
Am Friedhof stand ein Beinhaus. Im Turm hingen
drei geweihte Glocken. Die Einnahmen und Ausgaben verwalteten der Pfarrer und
der Schlossherr gemeinsam.
Ehemalige
Schlosskapelle
In der Schmidt'schen Matrikel
wird auch die Kapelle im SchlossArnbach erwähnt. Es sei ein alter Bau;
weder die Kapelle noch der einzige Altar (Dreifaltigkeitsaltar) darin seien
geweiht. Am Montag und am Dienstag nach dem Dreifaltigkeitsfest würden
eine Lobmeß und eine Seelmess zu ewigen Zeiten aufgrund einer Stiftung
des "Reverendissimi et Celsissimi Principis et Episcopi Frisingensis Viti
Adami" (des aus Arnbach stammenden Freisinger Bischofs Veit Adam Gepeckh)
gehalten. Anton Mayer Im Schloss befand sich übrigens eine der hl.Jungfrau
Maria geweihte Kapelle, die mit dem Schloss 1781 abgebrochen wurde.
Pfarrer Prof.Jakob Salat (1802-1821)
In den Jahren von 1802 bis 1821 wurde die Pfarrgemeinde von einem der prominentesten
Philosophen dieser Zeit seelsorgerisch betreut. Pfarrer Prof.Jakob Salat war
ein Anhänger der Aufklärung, trat gegen Wunderglauben, formelhafte
Gebete und Wallfahrten auf. Kirchenrechtlich galt er sogar als Rebell, weil
er den Pflichtzölibat für Priester ablehnte. Kein Wunder, dass man
ihn der Ketzerei und Gottlosigkeit anklagte. Auch als Schriftsteller ist Prof.Salat
bekannt geworden. Die Titel seiner Bücher klingen wie ein Programm: "Die
Aufklärung in Baiern im Kontraste mit der Verfinsterung im ehem.Hochstifte
Augsburg" und "Die Fortschritte des Lichts in Baiern".
Jakob Salat war während seiner Seelsorgetätigkeit in Arnbach zugleich
Professor in München und in Landshut. Da konnte es nicht ausbleiben, dass
Klagen wegen seiner kurzen Anwesenheitszeiten in Arnbach laut wurden. Aber Salat
hielt zunächst noch an der Pfarrstelle fest, weil sie ihm als "ländliches
Orplid, als mögliche Zufluchtstätte" diente, wenn ihm der Professorenstreit
zusetzte. Erst 1821 gab er die Pfarrei auf, um sich voll seiner Professur zu
widmen. Er wollte den Arnbachern durch die Zusage einer 1000 Gulden-Spende für
den Schulneubau in guter Erinnerung bleiben. Doch verkehrte sein Verhalten die
Absicht ins Gegenteil. Weil seiner Meinung nach ein falscher Bauplatz gewählt
wurde, verweigerte er die Spende und musste gerichtlich gezwungen werden, wenigstens
die Hälfte zu zahlen.
Beschreibung 1874/80
Kirche und Pfarrei Arnbach sind auch in der "Statistischen Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-80 enthalten,
die der Benefiziat Anton Mayer als Buch veröffentlicht hat:
Geographie: "Die Pfarrei hatte damals 381 Seelen in 61 Häusern.
Davon wohnten im Ort Arnbach selbst: 242 Gläubige (in 45 Häusern),
in Grubhof 21 (3), in Edenholzhausen 23 (2), in Rienshofen 23 (2) und in Weyhern
72 (9). Die Pfarrei hat einen Umfang von 1 1/2 Stunden".
Pfarrei: "Arnbach ist eine Wechselpfarrei (= das Präsentationsrecht
wechselte nach jedem Erledigungsfall zwischen dem Bischof in Freising und dem
Kurfürsten in München). Die Kirchenrechnung weist bei 2173 Gulden Einnahmen
und 116 Gulden Lasten einen jährlichen Reinertrag von 2057 Gulden aus.
Das Widum (=der Pfarrbauernhof) hat Grundstücke von 123 Tagwerk
(=41 ha) der Bonität 9 aus. Das 1735 errichtete Pfarrhaus ist geräumig.
Die Ökonomiegebäude sind zureichend. Der Stadel sehr alt".
Kirche: "Die Kirche liegt an der Districtsstraße von Freising
nach Friedberg. Erbauungsjahr unbekannt. Wieder wurde sie restaurirt im jahr
1868. Renaissance-Stil. Schönes Plafond-Gemälde (=Deckengemälde).
Geräumigkeit genügend. Sattel-Thurm mit 3 Glocken vom Jahr 1527 von
Wolfgang Stöger, vom Jahr 1551 und vom Jahr 1855, letztere von F.Gößner
in Mch. 3 Altäre. Orgel mit 6 Registern. Gottesdienste: Regelmäßig
mit Ausnahme der Frauenfeste (=Marienfeste), welche nach Weihern treffen.
Stiftungen: 23 Jahrtage, 13 Jahrmessen, 28 Quatembermessen (Quatembertage
sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag,
Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag).
Meßner und Cantor ist der Lehrer. Cemeterium (=Friedhof) ohne Capelle.
Kirchenvermögen 1870 rd. 13.000 Gulden".
Beschreibung 1893
Mit der Arnbacher Kirche befasste sich auch das Verzeichnis der Kunstdenkmale
des Königreiches Bayerns, das Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im
Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten
erstellt haben. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, klicken
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1897 - Aufgabe des Pfarrbauernhofs Pfarrer Andreas Plöbst war wohl der letzte Betreiber der Pfarr-Ökonomie in Arnbach. Als er resignierte hat man das gesamte Pfarrhof-Inventar von drei Zugpferden, 2 Ochsen, 2 Zuchstieren und 14 Kühe, über Chaisen, Heuwägen, Bierschlitten, Truhenwagen, eine Dreschmaschine, 10 Geschirre bis zu 500 Zentnern Heu, 5 Dienstbotenbetten und zwei Butterfässern "gegen Barzahlung an die Meistbietenden versteigert". |
Die Pfarrei Arnbach gehörte Jahrhunderte lang zum Dekanat Egenhofen. 1871 wurde sie mit den im Landkreis Dachau liegenden Pfarreien Oberroth, Schwabhausen, Walkertshofen und Welshofen dem Dekanat Sittenbach zugeteilt. Ab 1924 hieß dieses Dekanat Altomünster (wegen "der vormals angesehenen Abtei und der vom hl.Bonifatius geweihten Kirche") und seit 1973 Indersdorf. Am 1.2.1970 schloss sie sich mit den Pfarreien Walkertshofen, Großberghofen, Welshofen und Hirtlbach zum Pfarrverband Erdweg zusammen, dem ältesten Pfarrverband in der Erzdiözese München und Freising.
Größere Restaurierungen wurden 1770, 1832, 1851, 1868 und 1932, 1966, 1972, 1985 (außen) und 1995-2000 (innen) durchgeführt.
Berichte aus der Pfarrei
Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder auch aus dem Pfarrleben
von Arnbach berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem
Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der
damaligen Zeit. So wird im Amperboten von 1893 über ein Goldenes Priesterjubiläum
von Pfarrer Plöbst berichtet oder von der Kriegerdenkmal-Einweihung 1928.
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Die Pfarrkirche St. Nikolaus steht auf einer ummauerten Anhöhe inmitten des Friedhofs.
Die Kirche in St.Nikolaus in Arnbach hat wie die meisten Kirchen in unserer Gegend einen rechteckigen Grundriss. Sie gehört architektonisch zu den Nachfahren der römischen Basilika, eines säkularen Gebäudes, in dem ein hoher Amtsträger Petitionen entgegennahm, Erlaubnisse erteilte oder zu Gericht saß. Die frühen Christen mussten sich nach ihrer Legalisierung im 4.Jh entscheiden, welche Form ihre Gotteshäuser haben sollten; der römische Tempel war für den christlichen Liturgie ungeeignet. Während die Christen im Osten die Rundgebäude bevorzugten, wählten sie in Rom und Italien das vorhandene und gewohnte Versammlungsgebäude, die rechteckige Basilika mit einer überwölbten Ausbuchtung ganz vorne, unter der der Versammlungsleiter saß. Architektur und Ritus beeinflussen sich gegenseitig. Die römische Messliturgie ist -so Jesuitenpater Eckhart Bieger- wohl auch unter dem Einfluss der Architektur eine Prozessionsliturgie geworden. Einzug, Evangelienprozession, Vorbringen der Gaben, Kommunionempfang und Auszug sind noch heute erhalten. Vor 1564 gab es zusätzlich Reliquienprozessionen zu den Seitenaltären. Alle diese Prozessionen heben die wichtigen Teile des Gottesdienstes heraus. Für eine solche Prozessionsliturgie ist nach Bieger das langgestreckte Rechteck mit seinen langen Wegen besser geeignet als eine runde kompakte Kirche mit einem Altar in der Mitte.
Die 20 m lange und 12 m breite Kirche in Arnbach
ist ein Saalbau
mit eingezogenem,
dreiseitig geschlossenem Chor. Das Kirchenschiff hat drei, der Altarraum zwei
Achsen/Joche.
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An der Nord-Außenseite hängt
ein Missionskreuz
aus Eisen mit einer Mater Dolorosa (schmerzhaften Gottesmutter) aus dem
20.Jh. |
Der
28 m hohe Turm mit seinem 1986 erneuerten Satteldach ist an der Nordseite
der Kirche zwischen Chor und Langhaus angebaut. Der
Turm mit quadratischem Grundriss gehört zumindest in seinem unteren Teil
zu den ältesten Teilen der Kirche. Er könnte noch vom Vorgängerbau
der 1388 errichteten Kirche stammen. Das Erdgeschoss war ursprünglich von
einem Kreuzgewölbe mit Gewölberippen überdeckt. Evtl war dort
früher die Sakristei untergebracht. Das Gewände des Portals (das zur
Tür hin mehrfach abgetreppte Mauerwerk) ist noch erhalten. An der Süd-
und der Nordseite sind die Ziffernblätter der Turmuhr angebracht.
Hinter den Schallfenstern (nur Ost- Süd-
und Nordseite) hängen im Turm drei Glocken.
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Die kleinste Glocke
ist zugleich die älteste. Sie ertönt beim Mittagsläuten. Sie trägt die Aufschrift "SUSANA HAIS ICH WOLFGANG STEGER GOSS MICH 1527". Diese Glocke war von W.Steger in München für das Arnbacher Schloss gegossen worden und kam 1781 nach dem Abbruch des Schlosses in den Kirchturm. |
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Die zweite Glocke
wurde 1948 bei der Firma Czudnochowsky in Erding gegossen. Sie trägt
auf der Vorderseite das Bild des Kirchenpatrons St.Nikolaus und die Aufschrift:
"LÄUT LIEB UND FRIED IN JEDES HAUS DU KIRCHPATRON ST.NIKOLAUS".
Auf der Rückseite ist der Text "Mich goss Karl Czudnochowsky J.Bachmair Nachf. zu Erding/Obby 1948" zu lesen. |
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Die dritte Glocke
hängt seit 1950 in der Glockenstube des Turmes. Sie ist die Marienglocke
und trägt den Text: " MARIA BREIT DEN MANTEL AUS GEGOSSEN IM HL.JAHR 1950" sowie ein Bild der Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Arm. Sie hält in der rechten Hand ein Zepter; ihre Füße ruhen auf einer Mondsichel. Die Glocke wiegt 450 kg. |
Die Sakristei ist an die Südseite des Altarraums angebaut; im Obergeschoss ist ein Oratorium untergebracht. Sie wird von einem Pultdach überdeckt, das vom Hauptdach heruntergezogen ist.
In die Außenseiten der Kirchenwand sind mehrere Epitaphe (Grabplatten) aus den Jahren 1443, 1485, 1609 sowie weitere Platten aus späterer Zeit bis zum Jahr 1780 eingelassen.
| Das älteste und wohl größte
Epitaph ist derzeit am Eingang zum Leichenhaus zu sehen. Sie wurde für
den im Jahr 1430 am St.Colomanstag (=13.Oktober) verstorbenen Edlen Wilhelm
Landtsidler errichtet. Die Wappen zeigen einen Schwan mit Krone. Auf ihm steht: "Anno Dmi 1430 starb Wilhelm Ländsidler am St.Colomannstag |
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| Rotmarmorplatte (101 x 51 cm)
mit größerem Wappen (Löwe und Helm) und vier kleineren Wappen
für die 1609 gestorbene Frau Regina
des Edlen Balthasen, eine Landrichterstochter aus Landau. Text: "Ano 1609 Den 13 Martij starb die Edl ehrtugendreich Frau Regina Fürstin des Edlen vnd veste Herr Balthasen Fürsten des Frtl drtl Landrichtern Zu Landau seeligen erbliche Tochter. Deren vnd alen Christglaubigen Seelen Gott der Allmechtig gnedig vnd barmherzig sein wolle. Amen" |
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| Geschweiftes Epitaph aus Rotmarmor
(90 x 62 cm) für Pfarrer Dr. Franz Bernhard
Kiendle 1731. Oben ist ein Kelchrelief, unten ein Löwenwappen eingraviert. Text: "Sub hoc tulo jacet Adm.R.Nob: & Clariss:D.Franc.Bern Kiendle SS Theolg.Doctor Parochus in Arnbach Viglantissimus Pro Dei et Magnae Mariae Honore ac gregis salute Zelossimus obiit Anno Sal. MDCCXXXI" |
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1650
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Epitaph aus Rotmarmor (85 x
44 cm) für den wohl 1650 (?) gestorbenen Pfarrer Hans Daschinger.
Oben ist eine Halbfigur mit Kelch eingraviert. |
Epitaph aus Rotmarmor ( 52 x
32 cm) mit Kelchrelief für Georgios Baumann MDCLXXXI (?) |
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| Kleines Epitaph aus Plattenkalk
(33 x 33 cm) mit Raute für den 1796 (?) verstorbenen Joseph R.Frin.V.Paumgarten |
Kleines Epitaph aus Plattenkalk (32 x 32 cm) für den 1780 verstorbenen Pfarrer S.Johann Franc. Baron de Baumgarten. Der mit einer Raute verzierte Stein wurde 1903 renoviert. | |||
| Ein weiteres Epitaph ( 44 x
43 cm) erinnert an die Krämerstochter Maria Huber (gest. 1855) und den Baumeister im Pfarrhof Andreas Hagn (gest.1884 ?) |
Geschweiftes Epitaph aus Kalkstein
(76 x 44 cm) mit Kelchrelief für den 1898 verstorbenen Andreas Plöbst(?), der von 1872(?) bis 1897 Pfarrer war. |
1898
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| Das 51 x 34 cm große
Epitaph aus Plattenkalk ist der 1920 gestorbenen Subrektorswitwe Therese Mayr gewidmet. |
Epitaph aus weißem
Kalkstein (76 x 44 cm) für die Pfarrer-Eltern Leonhard (gest.1938)
und Lucia Moll (gest. 1932) und Pfarrer Wilhelm Moll (gest.1940) |
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Ein kleines (35
x 54 cm) Epitaph aus Rotmarmor mit einer Halbfigur. Der Text ist nicht zu entziffern. |
Der Text auf einem
89 x 59 cm großen Kalkstein ist unleserlich. Reste eines Kelchs deuten auf ein Pfarrerepitaph hin. Der Stein ist mit Kreuzen gerahmt. |
| Im modernen Pfarrergrab
(91 x 143 cm) aus rosa Marmor mit aufgesetztem Kreuz sind bestattet: Leonhard Schmid, Pfarrer von 1897-1910, gest.1942 Josef Mayr, Pfarrer von 1911-1931, gest.1946 Ludwig Moll, Pfarrer von 1931-1949, gest.1949 Georg Wüst, Pfarrer von 1949-1954, gest.1946 Josef Singer, Pfarrer von 1954-1959, gest.1946 |
Innenausstattung
Der außen mit Strebepfeilern gestützte Chor ist innen mit einem -allerdings barockisierten - Kreuzgewölbe mit Stichkappen überdeckt. Bis 1730 hatte die Decke noch Gewölberippen, die dann bei der großen Renovierung abgeschlagen wurden. In die rechte Seitenwand ist ein kleines Sakramentshäuschen eingelassen. Über dem Sakristeieingang ein Oratorium, in dem die Schlossherrschaften vom gemeinen Volk ungesehen und unbelästigt der hl.Messe beiwohnen konnten.
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In den 1730 von Max Härtl angebrachten reichen Stuck hat der Maler Balthasar Kraft im Jahr 1859 mehrere Deckengemälde integriert: Jesus Christus, auf Wolken schwebend, hat ein geöffnetes Buch (Evangelium) vor sich liegen. Er wird als Richter dargestellt, der seine Wunden zeigt. |
Im zweiten Gemälde ist der hl Michael mit dem Flammenschwert dargestellt.An den Seiten sind auf den Stichkappen Bilder von Posaune spielenden Engeln zu sehen, umgeben von Blattgirlanden mit Blüten. Diese Fresken sollen schon im 18.Jh, also bald nach dem Umbau 1730 entstanden sein. |
Balthasar Kraft
war nicht nur als Maler in Arnbach tätig. Als die Kirche um das Jahr 1850
im Stil des Historismus völlig verändert werden sollte, legte er einen
überzeugenden Restaurierungsentwurf vor, der die Erhaltung und Vervollständigung
des überkommenen barocken Erscheinungsbildes zum Inhalt hatte. Dieser Entwurf,
der die Ausmalung der Decken und ein neues Altarblatt am Choraltar vorsah, wurde
dann auch großenteils verwirklicht. Kraft bewahrte so die barocke Kirche
in Arnbach vor dem Schicksal, das eine Reihe anderer Kirchen wie z.B. Günding,
Biberbach, Großinzemoos usw. traf.
mehr über den Maler
Balthasar Kraft. .
An der linken Chorwand haben sich aus der Zeit um 1700 Wandmalereien (Jüngstes Gericht) erhalten, die aber im letzten Jh. übertüncht wurden. Noch älter sollen Nikolausbilder an den übrigen Wänden im Altarraum und im Langhaus sein. Sie wurden 1859 sogar renoviert, im Jahr 1932 aber ebenfalls übertüncht. Fotos sind nicht erhalten.
| Der 1730 errichtete barocke
Hochaltar wurde bei der Renovierung
1965-67 entfernt und 1997 nach altem Vorbild neu rekonstruiert und wieder
eingebaut. Er ist umrahmt von jeweils 2 vergoldeten Säulen und einem
vergoldeten Pilaster. Auf ihnen ruht das mächtige Gebälk und der
noch von 1731 stammende Altaraufsatz mit vier schwebenden Putten.
Säulen in der Kirche haben nicht nur statische Aufgaben. Sie sind auch Symbol
für den Zusammenhang von Oben und Unten, sie verbinden Himmel und Erde.
Deshalb ist die Säule vor allem an Altären eine beliebte Bauform. Der Mittelteil des Aufsatzes besteht aus einem Baldachin, unter dem eine Halbfigur des hl. Nikolaus (im Bischofsornat, mit Buch und drei goldenen Kugeln) auf die Gläubigen herabblickt, die schon im 16.Jh geschnitzt und in den 1730 entstandenen Altar eingefügt wurde. Der Baldachin symbolisiert schon seit dem Altertum Würde und Heiligkeit der darunter stehenden Gestalt. |
| In eine palastartigen Gebäude hat Maria auf einem steinernen Thron in einer Nische Platz genommen. Sie ist in ein rotes Kleid und einen blauen Mantel gekleidet. | Dies sind die traditionellen Marienfarben: Rot für die königliche Würde, blau als Zeichen der Kostbarkeit (die blaue Farbe wurde im Mittelalter aus Lapislazuli hergestellt). |
| Hinweis: Die Bibel spricht nur von Magiern (Sterndeutern) aus dem Morgenland. Die Zahl wird darin nicht genannt. In frühen Schriften ist von bis zu 12 Magiern die Rede; durchgesetzt hat sich aber die Zahl drei, nach der Anzahl der Geschenke. Diese Geschenke versinnbildlichen die Würden Christi: Gold=König, Weihrauch=Gott, Myrrhe=Arzt, Tod, Erlösung. Ab dem 4.Jh, als das Weihnachtsfest eingeführt wurde, entstanden Legenden um die Herkunft der Magier. Zu Königen wurden sie erst um das Jahr 975 als ihnen die Künstler Kronen aufsetzten. Zur gleichen Zeit entstanden ihre Namen Kaspar, Melchior und Balthasar. Ab dem 12. Jh wurde einer schwarz dargestellt, weil sie die Bewohner der drei damals bekannten Erdteile und damit die ganze Welt symbolisieren sollten. Einige Apokryphen schildern den Besuch der Magier bis zu zwei Jahre nach Jesu Geburt; deshalb wird das Kind manchmal schon etwas größer dargestellt, wie hier in Arnbach. Der kniende König vor dem Kind ist Zeichen der Anerkennung des größeren Herrschers Christus. Die Myrrhe, der kostbare, bitter schmeckende Saft des Myrrhebaumes wurde in der Antike wegen ihres aromatischen Geruchs hochgeschätzt. Die Myrrhe war Bestandteil des Salböls, das zu Zeiten Jesu verwendet wurde und wird auch für Kosmetika verwendet. |
Der Altarblock (Stipes) dürfte aus der Zeit vor 1388 stammen. Unter dem heutigen Antependium sind noch Ornamente aus der Zeit um 1600 zu sehen. Erhalten hat sich auch noch ein Teil des hölzernen Antependiums aus gotischer Zeit mit Schnitzereien. Im Altar sind die Reliquien der Heiligen Pankratius, Sebastian und Florian eingebettet.
| Der prächtige, vergoldete Tabernakel (ebenfalls Balthasar Kraft gefertigt) besitzt drei Nischen, die durch Pilaster getrennt und von wohl neubarocken Ornamentrahmen umgeben sind. Hinter der Mittelnische mit dem Kruzifix ist der eigentliche Tabernakel (wohl als Drehtabernakel) verborgen. |
| Hinweis: Die Darstellung greift ein Thema aus den Geheimen Offenbarungen (Apokalypse, 5,1 ff) der Bibel auf. Darin beschreibt Johannes eine Vision, in der Gott eine Buchrolle mit sieben Siegeln in der Hand hält, die niemand öffnen konnte. Allein der "Löwe aus Judas Stamm und Nachkomme Davids" sei dazu berechtigt. Da kam ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet worden war und öffnete die Siegel. Die Buchrolle ist das Buch des Lebens, in dem die Namen der Gerechten und der Sünder eingetragen sind und das die Ereignisse enthält, die am Weltende geschehen werden. Das Lamm stellt Jesus dar, der auch der Löwe von Juda und Lamm Gottes genannt wird. In der christlichen Kunst wird Christus in Anlehnung an Textstellen im Alten (Jesaia 53,7) und Neuen Testament (Joh 1, 29) schon seit dem 4. Jh. symbolisch als Opferlamm dargestellt. Die Kreuzfahne als Zeichen des Sieges taucht jedoch erst seit dem 10./11. Jh. in der Kunst auf. |
| In den beiden Seitennischen mit Muschelverzierung schweben Putten mit Blumenkränzen um die Stirn. Sie halten dem Betrachter Schriftbänder entgegen. Auf einem davon ist der Text "Heilig, heilig, heilig, singt dem Gotteslamm" zu lesen, das andere ist unbeschrieben. |
| Die Engelsfiguren, die zu beiden Seiten des Tabernakels angebracht sind, stellen nicht nur eine Verzierung dar; sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgänger des Tabernakel angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei Engeln eingerahmt; sie mussten aus Gold bestehen (Ex, 37,7-9). |
100 Jahre lang, von 1860 bis 1966 waren links und rechts des Hochaltars zwei
Beichstuhlportale aus Holz angebracht, die vom Altar bis zu den Außenwänden
reichten. Auf diesen Seitenteilen standen Figuren der Heiligen Leonhard und
Joseph, die jetzt auf der Empore ihren Platz gefunden haben.
| Hinter dem Hochaltar hängt hoch im Chorschluss ein großes Vortragekreuz; in seiner Funktion durch den langen senkrechten Kreuzbalken zu erkennen. Es wird auch heute noch bei Prozessionen und Bittgängen vorangetragen. |
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| Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet. |
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Rotmarmorplatte (178 x 81 cm ) mit großem
Wappen in der Mitte und vier kleineren Wappen in den Ecken für Jörg
Urfaer zu Arenpach und seine Frau Anna Annazellerin aus dem 15.Jh.
(die Jahreszahl 14. ist unleserlich geworden). Auf den Wappen sind zu
sehen: Boot, Palme, Helm, Rauten, gekreuzte Morgensterne, Vogel. |
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| Rotmarmorplatte (174 x 91 cm)
für den Landrichter Adam Gepeckh
mit Vogelwappen und Helmbusch. Text: "Den 10 Martij Ano 1604 starb der Edl und Gestreng Her Adam Gepeckh zu Arnpach frtl. dtl. Landtrichter zu Dachau welcher sabt seinen baiden verstorbnen hausfrauen, und anderen Gepeckhen in Gott allda seelib rueen. denen sein bfallen Christglaubigen Seelen gott genad. Darunter das Wappen der Gepeckh". Über dem Text ein Totenschädel mit gekreuzten Oberschenkelknochen. Auf dem Schädel steht eine abgelaufene Sanduhr. Außen stehen Leuchter mit ausgeblasenen Kerzen. Alle dargestellten Motive deuten auf den Tod hin. Neben den Leuchtern zwei Wappenschilde. |
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Kalksteinplatte (100 x 74 cm) für Anna Maria Freyin v.Geböck. Text: "Hier ruhet die hoch und Wohlgebohrne Anna Maria Freyin v.Geböck auf Arnbach Gebohrne Gräfin von Fränking, Gestorben den 6 May a.o. 1754 R.in P." Darüber die farbigen Wappen der Verstorbenen und ihres Ehemannes. |
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Und das Wort ist Fleisch geworden |
Du meine
Mutter und ich Dein Kind
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| Was der Mensch
sät, wird er ernten "Gestiftet v.Bürgermeister J.Sandmann" Der hl.Isidor betet vor einem Feldkreuz, während ein Engel das Pflügen der Felder übernimmt. Isidor lebte im 12. Jh. als Knecht bei einem Baron. Seine Mitknechte verpetzten ihn, weil er ständig betete. Als in sein Herr kontrolliete, sah er einen Engel mit zwei weißen Stieren pflügen, während Isidor im Gebet an Rand des Feldes kniete |
Lasset die Kleinen zu mir kommen. |
Fenster
im Kirchenschiff
Die hohen
Fenster im Kirchenschiff sind oben geschweift und zartfarbig verglast.
Sie enthalten folgende Inschriften:
Hinten rechts: "Hl.Leonhard und Luzia bitte für uns" - "Gestiftet
v.d.Eltern d. H.H.Pfr. L.Moll 1932"
Hinten links: "Hl.Georg bitte für uns" - "Dem
Andenken meines verstorb.Mannes gewid. V.Maria Meir"
Mitte links: " Hl.Dominikus bitte für uns"
- gestiftet v.d.Dominikanerinnen M.Sabina u. M.Mathäa Ebner"
Vor 1932 waren 50 Jahre lang farbige Mosaikglasfenster eingesetzt gewesen.
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Links neben dem Altar steht der
Taufstein aus dem 17.Jh; er besteht aus Holz und wurde marmoriert
gefasst. 1996 wurde er renoviert. Auf dem Deckel ist eine Täufergruppe
(Jesus und Johannes) aus Holz in Lüsterfassung angebracht. |
Hinweis:Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann manmit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist meist |
| aus Stein; hier in Arnbach wurde das hölzerne Becken mit einem Steinmuster bemalt. Es hat in der Regel eine achteckige Form, weil die Zahl acht und das Achteck als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und Herrschaft angesehen werden. Taufbecken und Deckel sind meist mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt. Sie ist Vorbild für das Taufsakrament und geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück. |
An der Nordwand
des Altarraums ist eine stark verzierte Ewig-Licht-Leuchte
mit Akanthusmotiven angebracht.
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| mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verziehrungen versehen. |
| Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. |
| Zu den Gottesdiensten
wird auf den Zelebrationsaltar eine sonst außerhalb der Kirche untergebrachte
Kreuzpartikelmonstranz gestellt.
Die Reliquie im vierpass-förmigen Schaugefäß ist in ein
von Verzierungen aus Silberfäden umgebenes kleines Kristallkreuz
eingearbeitet. Die versilberte Messing-Monstranz wurde im 18.Jh erstellt
und im 20.Jh verändert. Hinweis: Kreuzreliquien waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Die hl.Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, soll im Jahr 320 nach der Legende das Kreuz Christi aufgefunden haben. Größere Kreuzpartikel kamen ab 950 nach Deutschland; die meisten wurden aber im 17. und 18.Jh erworben. Es handelt sich meist um Berührungsreliquien, d.h., der Holzsplitter war an der Originalpartikel angelegt worden. |
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Das Langhaus oder Kirchenschiff besitzt eine Flachdecke mit dichtem, sehr farbigen Rahmenstuck und Rankenfüllung (1740). Das Deckengemälde im Langhaus (ebenfalls von B.Kraft, 1859) stellt die Aufnahme Marias in den Himmel dar. Die Muttergottes wird von (dem Anschein nach schwer arbeitenden) Engeln in den Himmel emporgehoben. Das Bild ist eine Kopie nach einem von Guido Renis im Jahr 1631 gemalten Bild, das heute in der Alten Pinakothek ausgestellt ist. |
Die Seitenaltäre aus dem Jahr 1704 sind
hochbarocke Säulenretabel. Das Holz ist größtenteils vergoldet.
Die Aufsätze bestehen aus gesprengten Segmentgiebeln, die hölzerne
Gloriolen mit den Monogrammen von Jesus (IHS) und Maria (MRIA) umgeben. Von
1860 bis 1966 hatten sie Seitenaltäre zwischen den Sprenggiebeln noch Altaraufsätze
mit Gemälden zwischen zwei Säulchen. Sie waren von Balthasar Kraft
aufgesetzt worden. Das Auszugsbild am Marienaltar hatte das Thema der Vermählung
Mariens zum Inhalt, das Auszugsbild am südlichen Kreuzaltar die Auferstehung
Christi.
Eine Besonderheit sind die hohen
Predellen,
in denen sehr gute gotische Holzreliefs aus der Zeit
um 1500 angebracht sind.
| Der linke Altar war schon immer der Marienaltar. In der Hauptnische ist eine Halbfigur der Gottesmutter Maria aufgestellt. Sie wurde in gotischer Zeit am Ende des 15.Jh geschnitzt. Maria hält das Jesuskind auf ihrem rechten Schoß, das in seiner Schreitbewegung sehr lebendig wirkt. Maria ist in ein rot-blau-goldene Gewand gekleidet. Auf ihrem Haupt trägt sie eine Königskrone. Der Strahlenkranz hinter Maria wurde 1966 hinzugefügt, als man die Figur in die Mittelnische des Seitenaltars stellte. Von 1860 bis 1932 stand eine andere Muttergottesfigur am Altar. Danach war bis 1966 ein 130 x 80 cm großes Altarblatt mit einer Darstellung der Hl.Familie (1932) im barocken Stil vom Maler und Restaurator Gottschalk in der Mittelnische angebracht. Der Maler Gottschalk hatte ein Jahr zuvor die Kreuzwegstationen in St. Michael,Langenpettenbach geschaffen. |
| Das Relief in der Predella des linken Seitenaltars stellt den Tod Mariens dar (Ende 15.Jh). In der Beschreibung der Kunstdenkmäler Bayerns heißt es: "Um die im Bette liegende heilige Jungfrau Maria sind die Apostel versammelt. | Johannes kniet vorne links, den einen Arm der Gottesmutter umfassend. Ein Apostel hält den Weihwasserkessel. Ein anderer Apostel kniet am Ende des Bettes und liest aus einem Buch Sterbegebete vor". |
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Mittelpunkt des rechten Seitenaltars ist vor dem blauen Hintergrund der Nische eine Figur des Auferstandenen mit der Siegesfahne in der Hand in einem die ganze Figur umgebenden Strahlenkranz. Christus segnet mit der erhobenen rechten Hand, an der die Wundmale zu erkennen sind, den Betrachter. Die teilvergoldete Figur wurde im 16.Jh geschnitzt, der Kopf später überarbeitet. Die Fahne gilt seit dem 10./11. Jh. als Zeichen des Sieges über den Tod. Besonders in der Barockkunst erfreute sie sich als Attribut großer Beliebtheit. Insbesondere in der Kunst des süddeutschen Raums gehört die dreispitzig endende Fahne (ähnlich dem karolingischen Königsbanner) zur Ostersymbolik. |
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| Hinweis: Der Figurentypus des Auferstandenen entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärme-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln. |
| In der Predella wird die Beweinung Christi nach der Kreuzabnahme (Ende 15.Jh) dargestellt. In der Beschreibung der Kunstdenkmäler Bayerns heißt es: "Maria und Johannes stützen den Oberkörper des Gekreuzigten; zu Füßen des Leichnams stehen Maria Magdalena und eine der klagenden Frauen. | Eine weitere klagende Frau ist auch zwischen Johannes und Maria, sodass zu beiden Seiten der Gottesmutter je zwei Figuren stehen und die Gottesmutter so den Mittelpunkt der Komposition bildet. Besonders ist der Faltenwurf der Madonna hervorzuheben". |
| Hinweis: Die Beweinung Christi wird in der Bibel nicht erwähnt. In der Kunst finden sich die ersten Darstellungen erst rd. 1000 Jahre nach Christi Tod, nachdem Symeon Metaphrastes dieses Ereignis in seinem Buch beschrieben hat. Nördlich der Alpen kommt die Darstellung erst im 13. Jh auf. Die Grablegung in der Predella eines Altars soll die Gegenwart des gekreuzigten Herrn betonen. |
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Die Kirche hat keine Kanzel mehr; sie wurde 1966 entfernt und nach Emmering verkauft. Dort ist sie in der Pfarrkirche St.Pankratius zu sehen. Beim großen Umbau von 1730 war die damals schon vorhandene Kanzel, -vermutlich aus Kostengründen- zunächst übernommen und erst 60 Jahre später, 1792 gegen eine neue Kanzel im damals zeitgemäßen barocken Stil ausgetauscht worden.
| An der Nordseite
ein großes Kruzifix.
Es wurde 1998 von Bildhauermeister Westermeier geschaffen. An dieser Stelle, gegenüber der damaligen Kanzel, waren schon früher mindestens zwei "Kanzelkreuze" mit einer Muttergottesfigur darunter angebracht. Das erste wird in einem Inventarverzeichnis aus dem Jahr 1826 genannt. Dieses Kreuz wurde 1860 abgenommen und durch eine neue Gruppe ersetzt. Das zweite, 1860 angebrachte Kruzifix wurde später an eine Kirche im Münchner Hasenbergl verkauft.
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| Unter dem Kruzifix steht eine Mater dolorosa, die trauernde Mutter Maria. Auch sie stammt von Bildhauer Westermeier. Das sonst bei diesen Darstellungen übliche Schwert in der Brust fehlt. |
| Die
Kirchenstühle (links 11, rechts 10 Bankreihen) dürften -wie die
1965 entfernte Kanzel- um 1740 von der Kistlerfamilie Prugger
gefertigt worden sein. Sie wurden 1965 restauriert. Die Stuhlwangen sind mit einem Akanthusmuster verziert, das dem vieler Kirchenstühle im Dachauer Land entspricht. Es trat erstmals 1695 in Glonn auf und wurde ab 1717 auch in Ainhofen, Albersbach, Arnzell, Aufhausen, Bergkirchen, Hilgertshausen, Markt Indersdorf, Ottmarshart, Pasenbach, Pipinsried, Walkertshofen, Weichs, Westerholzhausen und in Westerndorf verwendet |
St.
Leonhard mit Abtsstab, Buch und Viehkette
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St.
Josef mit einem feinen Gewand gekleidet und einem blühenden
Aaronstab in der Hand.
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Bruder Konrad von Parzham im Ordensgewand der Kapuziner.
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| Die Orgel
mit zwei Manualen wurde um das Jahr 1924 angeschafft. Es handelt sich
um ein gebrauchtes Stück, das von Willibald Siemann aus München gebaut
worden war. Die Orgel hat eine Kegellade
mit pneumatischer Traktur. |
Der mit rechteckigen Flachfeldern verzierte Prospekt ist dreiteilig, mit einem höheren Mittelteil. Da die Orgel für die vorhandene Empore zu hoch war, musste die Decke aufgeschlagen werden. |
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Disposition
der Orgel im Jahr 1975 |
| Hinweis:Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
Im Vorhaus mit Nord- und Südzugang liegen an der Rückseite in einer vergitterten, schmalen Nische einige Totenschädel. Sie erinnern an das frühere Beinhaus (Karner), das möglicherweise hier oder an anderer Stelle neben der Kirche eingerichtet war.
| Hinweis: Das Beinhaus oder Karner (lat.carnarium=Fleischkammer) war vom Mittelalter bis zum 19.Jh. ein meist an die Kirche in der Nähe des Eingangs angebaute, zweigeschossige Friedhofskapelle, in deren Untergeschoss die Gebeine der schon lange Verstorbenen aufbewahrt wurden, um Neuzugängen Platz zu machen. In früheren Jahrhunderten war die Lebenserwartung nicht so hoch; so sind in Relation zur Bevölkerungszahl mehr Menschen gestorben. Friedhöfe waren damals immer um die Kirche herum angelegt und kaum erweiterungsfähig. Im Jahr 1058 beschränkte man die Grenzlinien der Friedhöfe auf 60 Schritte im Umkreis des Altars für Hauptkirchen und 30 Schritte für Kapellen. Weiter entfernt konnte man sich des Segens der im Altar ruhenden Reliquien und der Fürbitte des Heiligen nicht sicher sein. So war es üblich, die Gräber schon nach 5 bis 10 Jahren wieder zu verwenden. Zudem gab es keine Familiengräber; der nächste Tote erhielt das frei werdende Grab. Manche Totenschädel in den Beinhäusern wurden auch bemalt oder mit Inschriften versehen, um sie der Anonymität zu entreißen. Karner waren besonders in Bayern, Österreich und Ungarn verbreitet; sie standen an katholischen und protestantischen Gotteshäusern. In den letzten hundert Jahren wurden die Karner abgerissen bzw. in Lourdeskapelle, Abstellräume oder Vorhäuser umgewandelt. In manchen Kirchen wie hier in Arnbach erinnert aber noch eine Nische mit einigen Totenköpfen an die frühere Trauerkultur. Die aufgestapelten Gebeine sollen die Kirchenbesucher an die Vergänglichkeit des Menschen ermahnen. |
| Der Pfarrhof mit seinen vielen Fenstern wurde 1735 unter dem Pfarrer Freiherrn J.Franz v.Paumgarten erbaut und war bis 1970 bewohnt. Danach verfiel er zusehends. 1978 diente er noch als Kulisse für die Aufnahmen zum Film "der Ruepp". In den Jahren 1980 bis 1982 wurde er saniert und erstrahlt nun wieder im alten Glanz. Der Pfarrhof wird vor allem für Fortbildungsveranstaltungen und als Begegnungsstätte genutzt. Überregional bekannt sind die "Arnbacher Gespräche", die das Katholische Landvolk alljährlich hier veranstaltet. |
Hans Schertl
Quellen:
Michael Wening, "Historico-topographica
descriptio Bavariae", Band 1, 1701
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Bezold/Riel,
Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1893
Amperbote vom 5.1.1897 (Versteigerung)
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des
Hochstifts Freising, 1909 (Nr. 729)
Dachauer Nachrichten vom 3./4.9.1966; vom 9./10.2.2008
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/2
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Jakob Mois,Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982 (Altarweihe
1707)
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Josef
Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986
(Vikariatseinkommen)
Putz/Niederle, Kirchen und Kapellen im Gemeindebereich Schwabhausen, 1988
Angerpointner, 600 Jahre Pfarrkirche St.Nikolaus in Arnbach, 1988
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München
und Oberbayern, 1990
Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer
Landes, 1991
Anton Landersdorfer, Biblisch Biographisches Lexikon, Band XV, 1999
Kirchenpfleger Adolf Breitenberger, 2002
Dachauer SZ vom 13.2.2002
Balthasar Kraft-ein beinahe vergessener Kirchenmaler u.Bildhauer des 19.Jh (www.rspaf.pfaffenhofen.de/kraft.htm)
Mayr/Breitenberger, Arnbach einst und heute, 2004
Münchner Kirchenzeitung v. 30.10.2005
Dr.Konrad Lotter, Ein Philosoph auf der Kanzel, Amperland 2006/2 (Jakob Salat)
Dr.Peter Dorner, Burgen und Schlösser in Deutschland und deutschsprachigen
Ländern und Regionen (www.burgeninventar.de)
Dachauer Nachrichten vom 19.2.2009 (Taufstein)
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Bauform)
59 Bilder: Hans Schertl (58), Hubert Eberl (1)
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Balthasar
Kraft
Kirchenmaler und Bildhauer
Balthasar Kraft wurde am 14. August 1820 in Pfaffenhofen a.d.Ilm geboren. Er erlernte zunächst den Beruf des Schreiners, später den des Lithographen (Steindruckers). 1853 gründete er die "Kunstanstalt für kirchliche Arbeiten" in Pfaffenhofen, in der er Figuren und Gegenstände (z.B. Altaraufbauten, Beichtstühle) zur kunstvollen Ausstattung von Kirchen herstellte.
Spezialitäten von ihm waren Lourdes-Grotten und "heilige Gräber", mit denen er über die Grenzen des Landes hinaus bekannt wurde. Er erwarb sich auch Anerkennung auf dem Gebiet der Kirchenmalerei. So war er in Pfaffenhofen selbst, aber auch in Ilmendorf, Gachenbach, Hohenbercha, Pörnbach, Eisenhut, Wollbach, Waidhofen und schließlich in Arnbach und in Weyhern tätig, wo er 1871 Seitenaltarblätter bzw. die Chorraumdecke und den Hochaltar gestaltete.
Balthasar Kraft starb 69jährig am 11. März
1889 in seiner Geburtsstadt Pfaffenhofen.
Verzeichnis
der Kunstdenkmale des Königreiches
Bayerns
1893
Mit der Arnbacher Kirche befasste sich auch das Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns, das Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellt haben. Im Bericht heißt es:
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"Kirche. Auf dem südlichen Seitenaltar
ein neu bemaltes Holzrelief, die Beweiung Christi darstellend. Maria und
Johannes stützen den Oberkörper; zu den Füssen des Leichnams
Maria Magdalena und eine der klagenden Frauen; eine weinende Frau auch
zwischen Johannes und Maria, so dass zu beiden Seiten der Mutter Gottes
je zwei Figuren stehen und diese den Mittelpunkt der Composition bildet.
Gute Arbeit von ca. 1500, an der namentlich der Faltenwurf der innig empfundenen
Maria hervorzuheben ist. H. 46 cm. Innen an der Nordwand des Schiffs: |
weiter zu
Berichten aus dem Pfarrleben Visitationsbericht 1560
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8.2. 2011