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Lourdeskapelle in ARNBACH

zur KirchentürKelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotisch

Beschreibung

Die Dorfkapelle in Arnbach an der Straße nach Erdweg wurde 1986 von der Familie Simon erbaut (s.Landkarte. .
Sie ist 5,50 in lang, 2,70 in breit und 3,50 in hoch.

Auf der Ostseite des Satteldachs sitzt ein Dachreiter, in dessen Mauerwerk ein Kreuz eingelassen ist.

Zwei farbige Rundbogen-Glasfenster und ein Okulus über dem rundbogigen Eingangsportal erhellen den mit einer Holzdecke versehenen Innenraum.



 Innenraum

Die Holzdecke ist leicht gewölbt.
Mittelpunkt in der kleinen, eingezogenen Apsis ist ein rot marmorierter Altar mit zwei braun marmorierten Säulchen. Diesen Altar hat die Schülerin Verena Lerchl am Sophie-Scholl-Gymnasium in München, die in Großberghofen wohnt, als Facharbeit im Leistungskurs Kunst erstellt.
Der Altar hat eine Höhe von 2 Metern und ein Gewicht von 250 kg. Er besteht aus Holz, Gips und Stuckmarmor und ist im barocken Stil gearbeitet. Die Rückwand ist von zwei Säulen und Voluten umgeben.

In der Mittelnische steht die Gipsfigur der hl.Rita, die von einer entsprechenden Holzfigur abgeformt ist.
Die Heilige lebte im 15.Jh als Klosterfrau in Italien und führte ein Leben in strengster Entsagung und Buße. Ihre mystischen Erfahrungen reichten bis zur Sigmatisierung durch die Wundmale der Dornenkrone. Weil in ihrem Garten im Winter Rosen blühten, ist diese Blume zu ihrem Attribut geworden. Ihr Grab mit dem unverwesten Leichnam liegt in der Basilika in Cascia

Auge GottesHerz-Jesu-FigurMuttergottes
 

Gekrönt wird der Altar durch das strahlenumsäumte Auge Gottes im Dreieck, einem Sinnbild für die Hl.Dreifaltigkeit. Es wurde mit Gips modelliert.
Hinweis: Das Auge Gottes im Dreieck verdankt seine Existenz der Scheu früherer Jahrhunderte, Gottvater zu personifizieren. Im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) wird gefordert, kein Schnitzbild von Gott zu machen. In der Frühzeit des Christentums trat der Lebensquell an die Stelle Gottes, später eine Wolke als
Hand Gottes. Erst seit der Neuzeit ist das Auge Gottes im Dreieck gebräuchlich. In der Kunst unserer Gegend ist es seit dem 18.Jh verbreitet. Es symbolisiert gleichzeitig auch die Dreifaltigkeit und wird oft auch Dreifaltigkeitsauge genannt. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh) dargestellt.
Das Antependium des Altars ist mit dem Gipsrelief eines Schiffes mit Kreuz in einer ovalen Kartusche geschmückt; es soll nach Angaben der Künstlerin für den Übergang vom Leben zum Tod stehen.


Um den Altar herum sind mehrere Heiligenfiguren gruppiert. Darunter eine größere Statue der Muttergottes von Lourdes, die im früheren Altar der Mittelpunkt war. Schließlich handelt es sich Lourdeskapelle. Rechts steht neben dem Altar eine Herz-Jesu-Figur.
Weitere, kleinere Figuren stellen den hl. Johannes den Täufer, den in fast allen bayerischen Kirchen verehrten Bauernpatron St.Leonhard und den hl.Georg (Ritter und Kämpfer gegen das Böse) dar.

An den Seitenwänden hängen ein großes Kruzifix sowie Wachsbilder der Heiligen Familie und der Muttergottes mit dem Kind auf dem Arm.

Die Fenster enthalten Glasgemälde der Hl.Familie (links) und der hl.Rita (rechts).

Wandgemälde

Links sehen Sie ein Bild der Kapelle, wie sie bis zum Jahr 2005 ausgesehen hat.
Mittelpunkt war -wie erwähnt- die Figur einer Lourdesmadonna.

Über ihr -als Wandgemälde- Gottvater als alter Mann mit Bart und der Heilige Geist. Das Gemälde war von Ilse Höfel 1986 gemalt worden (sign).
Auf den Außenseiten des Altars zwei Putten.

Hans Schertl

Quellen:
Putz/Niederle, Kirchen und Kapellen im Gemeindebereich Schwabhausen, 1988
Münchner Kirchenzeitung vom 10.4.2005
Dachauer Nachrichten vom 14.10.2005
10 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

25.4.20071.