Apokryphen
(=verborgene, nicht zum Gottesdienstgebrauch zugelassene Schriften). Es gibt Apokryphen des Alten Testaments und des Neuen Testaments.
Altes Testament:
Die ursprüngliche Sammlung der hebräischen Schriften des Alten Testaments besteht
aus 39 Büchern (z.B. Genesis). Daneben gibt es Schriften (z.B. Buch Jesus
Sirach), die von der katholischen Kirche im Konzil von Trient (1546) als vollwertige
Bücher anerkannt wurden, während viele andere Kirchen sie als Apokryphen einstufen.
Sie werden auch "deuterokanonische Schriften" (von deuteros = zweiter)
genannt. Martin Luther hat sie als "Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleich
gehalten, und doch nützlich und gut zu lesen sind" bezeichnet.
Neues Testament:
Auch zum Neuen Testament gibt es Apokryphen, die meist im 2.-4.Jh entstanden
sind. Sie wurden von der Kirche nicht zu den Büchern des Neuen Testaments
gerechnet (nicht kanonisiert), weil sie nicht authentisch sind, sondern mehr
legendenhaften Charakter haben: z.B. Philippus-Evangelium, Thomas-Evangelium,
Nikodemus-Evangelium, Proto-Evangelium des Jakobus mit Marienlegenden, Petrus-Evangelium
oder der Canon Muratori. Viele der in den Apogryphen geschilderten Ereignisse
und Personen (z.B. Joachim und Anna) waren aber Gegenstand in der Kunst.